#25 Pleiten, Pech und Pannen oder warum auch bei Schafen nicht immer alles perfekt läuft! #Rückblick

29. Dezember 2017. Ein perfekter Tag für einen Rückblick. 2017. Irgendwie schien mich dieses Jahr nicht zu mögen. Studium. Arbeit. Wohnung. Unzufriedenheit im Sport. Gerade der Jahresanfang warf mich immer wieder zurück. Und der von mir sonst so geliebte Frühling wurde ein Frühling, durch den ich mich einfach nur durchkämpfte. Ich hatte genug Aggressionen in mir und musste nur wieder von Neuem lernen, diese auf den Sport zu übertragen – das, was ich eigentlich so ziemlich perfektioniert hatte und weshalb ich 2012 auch ursprünglich mit dem Laufen begann. Frühling. 2017. Nicht mein Jahr. In jedem Jahr zuvor wäre ich wohl nicht so schnell wieder zurückgekommen. Aber dank des Sports, der super Unterstützung vieler Leute, der Erfahrung der letzten Jahre und einfach dem Glauben an mich selbst, kam ich dann doch schnell wieder zurück. Ein Wendepunkt war dabei diesmal überraschenderweise der Herbst. Sonst eher eine Zeit, in der ich eher melancholisch werde. Aber irgendwie ersetzte diese Jahreszeit so ein klein wenig den Frühling. Firmenlauf war auch der erste sportliche Wettkampf des Jahres mit dem ich komplett zufrieden war und ich später nicht nochmal darüber nachdachte, was mit nicht gepasst hatte. Irgendwie lief ich mir den Frust von der Seele und fand meine gewohnte Lockerheit wieder. Dies übertrug sich dann wie sooft auch auf alle anderen Bereiche.

3.000m Landesmeister im überhaupt erste zweiten 3.000m-Lauf meines Lebens. Gera-Triathlon zum ersten Mal mit 1.500m Kraulen beim ebenfalls erst zweiten Triathlon meines Lebens überstanden. Bleilochlauf 48km als erster Ultralauf. Wings for Life World Run 53,9 km. Erste Halbdistanz Moritzburg Triathlon. Erstes Freiwasserschwimmen. Erste Triathlon-Saison. Dabei gab es echt so viele schöne Ereignisse, die ich aber irgendwie nicht so richtig genießen konnte, da der Kopf zu keiner Zeit frei war…

2017. Sportlich perfekt. Der Rest hätte schlimmer kommen können. Mit etwas mehr Glauben an mich, der Gelassenheit der letzten Jahren, dem sonst vorhandenen Selbstbewusstsein wäre es auch ganz anders gelaufen – aber sei es drum…mein persönliches Jahresrückblick fällt sehr kritisch aus! Diese Kritik richtet sich vor allem an mich! Ich hatte eine Menge Chancen, Möglichkeiten und Optionen! An Plänen, Zielen, Visionen scheitert es bei mir im Normalfall nie. Im Sport setze ich sie um, egal wie es läuft. Das muss ich im privaten Leben auch einfach wieder so übertragen! Wieder eine Menge Lehrgeld gezahlt – aber mindestens genauso viel dazu gelernt…

Der heutige Blog passt ganz gut zum Thema. Es soll ein Rückblick meiner kuriosesten Ereignisse bei Sport-Events seit 2012 aufzeigen. Dabei stellt die folgende Auflistung keine Wertung dar, sondern ich schreibe so wie es mir in den Sinn kommt und ich eventuell aufeinander aufbauen kann…;)

#1 Stadtlauf Dresden 10km am 14.06.2015

Ein Lauf, bei dem ich zum Großteil allein unterwegs und doch zu keiner Zeit ganz allein war. Bei Kilometer 7 hatte ich nach hinten und nach vorn jeweils einen Abstand von etwa 100m zu den folgenden Läufern. Doch der Vordere sollte mir immer näher kommen. Das Besondere an dem Tag war, dass es ein extrem schwüler und heißer Tag war. Etwa 30 Grad. Das war deshalb ungewohnt, weil es in den Tagen und Wochen vorher –  so weit ich das richtig in Erinnerung habe – eher regnerisch und nass war. Auf jeden Fall war ich schlecht auf dieses Wetter eingestellt. Und damit war ich an dem Tag nicht allein…ich lief in dieser Phase des Laufes in einem Tunnel. War komplett auf mich fokussiert. Fühlte mich nicht gut und versuchte das Rennen konzentriert zu Ende zu bringen, ohne weitere Schäden zu erleiden. Das ich dem Vordermann dabei immer näher kam, sollte mir dies allerdings um ein tausendfaches erschweren. Als ich an ihm dran war, wollte ich einfach nur in Ruhe hinter ihm herlaufen. Dummerweise verlor ich damit meine Konzentration und geriet außer Tritt. Mein neuer Mitläufer hatte wohl auch so seine Probleme an diesem heißen Tag. Nur wenige Sekunden nach dem ich zu ihm aufgeschlossen hatte, rannte er zwei auf dem Fußweg stehende Papiertonnen um. Hmmm. Spätestens hier hätte ich gewarnt sein sollen, das mit ihm was nicht stimmte. Der Weg war an dieser Stelle mindestens 5m breit. Wir hatte eine komplett gesperrte Straße für uns zu zweit. Und er rannte die Tonnen um. Aber gut. Ich reagierte auch sofort und überholte ihn. Während des Überholens schaute er mich verdutzt an und sagte noch zu mir: „Ganz schön schnell unterwegs. Da kann ich nicht mithalten!“. „Okay!“, dachte ich mir. Um das auszusprechen fühlte ich mich zu schwach. Aber ich musste Abstand von ihm gewinnen. Das scheiterte bereits nach wenigen Metern, als er nun plötzlich im Halbsprint wieder an mir vorbeizog. Häää? Gerade flog er noch über Tonnen. Dann war ihm mein Tempo zu hoch. Und nun? Naja. Was solls. Nun war ich auf jeden Fall völlig raus aus meiner Konzentration und fühlte mich bisschen wie im Irrenhaus. Es dauerte wieder nur wenige Sekunden als er plötzlich um 180 Grad drehte und mir mit den Worten „Wir sind hier falsch. Wir haben uns verlaufen!“ entgegenkam. Klar. Beim Stadtlauf Dresden kann man sich schon mal verlaufen. Alles perfekt abgesperrt. Laufen im Kreis ohne Möglichkeiten irgendwo abzubiegen. Aber an dem Tag war halt alles möglich – und ja, ich drehte mit um und folgte ihm. Warte mal! Warum kommt uns da gerade ein mit dem Kopf schüttelnder Läufer entgegen? Umdrehen! Sofort! Man könnte auch meinen, dass dies ein Manöver von mir gewesen sei, um meinen „Mitläufer“ endgültig los zu werden. Aber leider muss ich ehrlich sagen, dass dies nicht so war! 😀 Ja, er war jetzt weg. Aber geplant war das nicht. Wie ich es ins Ziel packte, weiß ich nicht mehr so genau. Auf jeden Fall reichte es am Ende irgendwie für den 12. Gesamtplatz mit einer Zeit von 39:01 Minuten. Im Ziel selber war ich völlig fertig! Da eine Laufpartnerin Notaufnahme-Zelt musste, begab ich mich auch dahin. Als ich einen kurzen Blick ins Zelt warf, sah ich meinen Mitläufer auf einer Liege liegen…alles klar. Aus diesen Momenten, die wohl gesamt nur 2-3 Minuten dauerten, habe ich auf jeden Fall eine Menge gelernt! So schaue ich mir jetzt immer schon mehrere Tage vor Wettkämpfen die Wetterprognosen an und versuche mich darauf vorzubereiten. Dies kam mir bspw. beim Mainz Marathon 2016 zugute, als es auch plötzlich der heißeste Tag des Jahres werden sollte. Ich trank am Vortag über 5 Liter und achtete verstärkt auf Aufnahme von Vitaminen und Mineralien. Und ich muss sagen, dass ich seit diesem Lauf zu einem extrem starken Warm-Wetter-Läufer geworden bin – allein schon wenn ich an die Bilder und Eindrücke aus Dresden denken muss, weiß ich wie wichtig eine gute Wettkampf-Vorbereitung ist. Auch sollte man niemals die Konzentration im Wettkampf abstellen…womit ich direkt zum nächsten lustigen Ereignis komme.

#2 Karstadt Citylauf Dresden 10km am 19.03.2017

Dresden. Wieder einmal. 😉 Nicht umsonst meine Lieblingslaufstadt. Der Citylauf im März ist für jeden schnellen Läufer ein großes Ereignis. Stark besetzter Lauf. Unterteilung in Elite- und Hauptlauf. Landesmeisterschaften. Ich trainiere auch aktuell bereits zum dritten Mal in Folge auf diesen Lauf hin. Auf jeden Fall waren viele Profiläufer am Start. Neben paar Kenianern unter Anderen auch die beiden Marathon-Olympia-Teilnehmerinnen Lisa & Anna Hahner. ❤ Und Victoria Brandt! ❤ Irgendwie war ich aber extrem nervös und gerade zu Beginn des Laufes viel zu unkonzentriert und abgelenkt. In dem Tempo, in dem ich mich bewege, kommt es eben auch nur selten vor, dass man plötzlich Frauen in der Gruppe hat. Am Ende der ersten Runde gab es auf jeden Fall eine 90-Grad-Rechtskurve mit leichtem Anstieg und einer abgesperrten Baustelle. Logisch, dass ich mich dabei irgendwie ablenken ließ und gegen ein Baustellenschild rannte. 😀 Anders als beim Stadtlauf 2015 konnte ich allerdings nicht auf die Temperaturen schieben. 😀 Aber ja, man muss solche Momente eben auch mal ausnutzen…im Läuferfeld scheint es außer mir auch niemand weiter mitbekommen zu haben. Gut, die anderen schienen konzentrierter bei der Sache zu sein! 😉 10 km in 34:35 Minuten ist aktuell auch meine zweitbeste Zeit über die 10 km. Und zu aller Freude durfte ich auch noch ein paar km zu zweit mit Victoria Brandt laufen – und das ohne weitere Zwischenfälle…

#3 Karstadt Citylauf Dresden 10km am 20.03.2016

Huch. Huhu Dresden! 😀 Klappe die Dritte. Ein Jahr zuvor war ich natürlich auch schon am Start. Damals noch großer Anna-Hahner-Fan und meine erste Begegnung mit ihr auf der Strecke. Auch da lief ich in einer Gruppe bei ihr mit. Zumindest anfangs. Und auch da war ich aufgeregt, nervös und fand nicht mein eigenes Tempo. Spielt bei solchen Läufen aber im Endeffekt auch nicht die entscheidende Rolle. Dafür gibt es genügend andere Wettkämpfe im Jahr! 😉 Ziemlich zu Beginn überholte ich sie auf jeden Fall etwas übermotiviert und ordnete mich vor ihr ein. Wenig später bekam ich einen Tritt in meinen rechten Schuh. Ich verließ die Optimallinie, drehte mich kurz um…und es war ein Tritt von Anna Hahner! 😀 Seitdem fliege ich auf meinen orangenen Nike Lunaracer durch die Gegend…:D Keine große Story – für mich aber ein Moment für die Ewigkeit! ❤

#4 Stauseelauf Oberrabenstein 25 km am 06.09.2015 und 11.09.2016

Stausee Oberrabenstein. Im Normalfall sollte man davon ausgehen, ich würde mich da auskennen. Im Normalfall. 2015. Meine zweite Teilnahme an diesem Lauf über diese Distanz. 2014 noch gefrustet von meiner Zeit, wollte ich erneut 3 Wochen vorm Berlin Marathon angreifen. Der Lauf hat es ziemlich in sich. Viele giftige Anstiege. Treppen. Abwechslungsreich und immer für Überraschungen gut. 2015 war es extrem kalt und regnerisch. Für mich lief es insgesamt gesehen besser als im Vorjahr. Ich lag nach etwa 10 km auf Platz 8. Leider verpasste ich dann einen Abzweig und verlief mich. Dumm nur, dass mir der hinter mir laufende Läufer folgte und ich – obwohl ich mir zu 99%ig sicher war, dass wir uns nicht mehr auf der Strecke befanden – deshalb einfach weiter lief. Nach etwa zwei Kilometer auf der falschen Strecke kamen wir am Krankenhaus Rabenstein an und ich blieb frustriert stehen um ihn zu mir auflaufen zu lassen. Nach kurzem Austausch unseres Frustes trafen wir die Entscheidung, dass wir sofort umkehren müssen. Ja. Hat ja eine Weile gedauert. Aber mein Stolz. Mein Ehrgeiz machte es nicht vorher möglich. Wäre ich vorher umgekehrt und wäre der Weg doch richtig gewesen, dann hätte ich meinen Vorsprung eingebüßt. Dann lieber falsch laufen! Klar. Pffff! Zwei Kilometer wieder zurück machten gesamt vier Kilometer verlaufen. Zwischenzeitlich überlegte ich mir, den Lauf einfach locker zu Ende zu bringen. 4 km waren halt viel. Auf dem Rückweg zur Strecke durfte ich mir auf jeden Fall einiges anhören, was mich aber immer mehr pushte. Und nach dem wir zu zweit dem Ordner ein paar Worte an den Kopf geschmissen hatten, lief ich mir dann tatsächlich den Frust von der Seele und überrollte das Feld von hinten. Für die Top10 reichte es zwar logischerweise nicht mehr, dafür war ich aber trotz des Umweges von vier Kilometern immer noch 8 Minuten schneller als im Vorjahr! Das Verlaufen war im Endeffekt darauf zurück zu führen, dass durch den starken Dauerregen der Pfeil im Wald weggespült war und der da stehende Ordner sich wohl im Tiefschlaf befand. Er reagierte nicht als wir eben einfach gerade aus statt nach links liefen. Im darauffolgendem Jahr verlief ich mich wieder. Allerdings nur um etwa 200m. In dem Fall war ich einfach zu konzentriert und zu schnell und nahm den falschen Abzweig. Ich deutete den Pfeil richtig, aber es gab eben drei Möglichkeiten, die ich in dem Tempo durchgehen musste. 2016 reichte es dann trotz Verlaufens auch für den 3. Gesamtplatz. 2017 konnte ich leider nicht am Lauf teilnehmen. Aber ich möchte wenigstens einmal einen perfekten Stauseelauf ohne Verlaufen hinbekommen. 😉

#5 Glauchauer Herbstlauf 21,1 km am 25.10.2015

An diesem Tag war ich vor dem Start wohl noch komplett verträumt. Auf jeden Fall holte ich gegen 8 Uhr meine Startunterlagen ab und begab mich Richtung Umkleidekabinen. Auf dem Weg dahin traf ich aber noch Leute und unterhielt mich. Dabei gingen wir wie irgendwie immer die Startunterlagen durch. In der Umkleidekabine angekommen, bemerkte ich auf jeden Fall, dass mir meine Startnummer, die ich gerade noch in der Hand hatte, fehlte. Hm. Na sowas aber auch. Wäre auch alles gar nicht so tragisch, wenn diese nicht gleichzeitig einen integrierten Chip für die Zeitmessung haben würde. Ohne Startnummer wäre ich also auf der Strecke nicht registriert und würde ohne Zeit laufen. Also nochmal den Weg abgehen und überlegen, wo ich sie abgelegt haben könnte. Da nicht. Hier nicht. Dort auch nicht. Hm. Nun bin ich wieder an der Startunterlagenausgabe ohne meine Nummer gefunden zu haben. Nicht gut! Was habe ich nur gemacht? Was ist in den letzten Minuten eigentlich passiert? Ich war wohl noch im Tiefschlaf – aber urplötzlich wachte ich auf und war nun hellwach! Was ist hier los?! Ich konnte mich echt nicht erinnern, was ich mit der Startnummer gemacht hatte und wo sie sein könnte. Ich wusste aber, dass ich sie definitiv in der Hand hatte. Nach nochmaligen Absuchens und nicht auffinden der Nummer, meldete ich mich bei den Verantwortlichen. Es wurde keine Startnummer gefunden. Mittlerweile waren es aber auch nur noch 30 Minuten bis zum Start und alle irgendwie im Stress, weshalb mir keiner weiterhelfen konnte. Ich nervte noch ein wenig, bis mir dann ein Jugendlicher Helfer versprach, den Verantwortlichen für die Startnummern zu informieren. Dieser sei allerdings gerade unterwegs und ich solle in 10 Minuten nochmal wieder kommen. Ok. 10 Minuten später war ich also wieder da. Nun war der Jugendliche allerdings nicht da. Klar. Nach kurzem Warten nervte ich also wieder. Der Verantwortliche war da, aber komplett unter Stress. Er meinte, ich solle nochmal in Ruhe suchen und ging wieder. Och nicht doch. In 15 Minuten ist Start. Warmlaufen hatte sich nun so gut wie erledigt. Ich war komplett gestresst. Dies ging jetzt tatsächlich noch etwa 10 Minuten so weiter – ich nervte die unter Stress stehenden Leute und wurde immer wieder abgewiesen. Es lag unter Anderem auch daran, dass man die gleiche Startnummer nicht zweimal ausdrucken konnte und ich sollte mich doch neu anmelden. Plötzlich kam aber der Hauptverantwortliche mit einer handbeschriebenen Startnummer und rettete mir dann doch noch meinen Tag! Auch dieses Ereignis hat mich geprägt – ich achte seitdem immer auf Zeitmess-Chip und Startnummer und lege diese Sachen nirgends mehr unüberlegt ab! Danke auf jeden Fall an die Organisatoren! Es klappte danach alles reibungslos. 🙂

#6 3.000m Leichtathletik-Halle Sportforum Chemnitz am 03.12.2016

Mein erster 3.000er. Und mein erster Wettkampf in der Halle. Auch dieser Lauf sollte mir in Erinnerung bleiben. Irgendwie merkte ich hier, dass ich sonst alles anders mache und mich doch an meine Abläufe gewöhnt habe. Draußen Einlaufen. Dehnung. Lauf-ABC. Steigerungsläufe. Alles wie gehabt. Nur sollte man in der Halle den Hallensprecher und auch die Zeiten bisschen im Blick behalten. Als ich wieder in die Halle kam und mich auf der Zuschauertribüne umziehen wollte, sah ich dass die 3.000m-Starter bereits an der Startlinie standen. Ähm. Nein. Nicht der Ernst? Ich rief runter, dass sie bitte auf mich warten sollten. Nahm fix meine Laufschuhe in die Hand, zog meine lange Hose während des Sprints zum Start einfach ab – ja, ich habe sie an dem Tag auch leider eingebüßt und nie wieder finden können. :/ Kam mit den Laufschuhen in der Hand zur Startlinie gesprintet und wurde erstmal gemustert. Ja, hier bin ich! Hallo! So wie sich die Ultra- oder Marathonläufer irgendwann untereinander kennen, kennen sich natürlich auch die 3.000m-Läufer untereinander. Mich kannte kaum einer – mit dieser Aktion änderte sich dies allerdings schlagartig und ich hatte die Aufmerksamkeit auf mich gezogen. „Wer ist das eigentlich?“ „Ein Marathonläufer. Er wollte mal was Neues probieren.“ Während ich mir die Schuhe anzog, sprach man also bereits über mich. 😀 Schuhe an und schon ging es los. Die letzten 1.200m waren eine der qualvollsten Erfahrungen, die ich jemals gesammelt habe – eventuell auch mal eine Idee für einen Blog, die „qualvollsten Momente“ 😀 – und das trotz Triathlon, Ultra- und Marathonlauf. Aber die Luft in der Halle machte mich fertig. Eine Geruchsmischung aus Schweiß, Pommes und Schnitzel. Trotz vieler Trainingseinheiten im Sportforum war ich darauf nicht vorbereitet. 4. Platz in 9:54 Minuten waren dafür akzeptabel. Auch dank lautstarker Unterstützung auf der Tribüne von Lauf- und Vereinskollegen! 🙂 Zwei Monate später ging ich bei meinem zweiten 3.000er auf Wiedergutmachung und holte mir 9:42 Minuten den Landesmeistertitel bei den Senioren (ab 30 Jahren). Was ich hier gelernt habe? Man sollte sich auf neue Wettkämpfe einstellen und vorher damit befassen wo die Unterschiede zum Gewohnten liegen. Außerdem riss mich das aus meinen sonst gewohnten Wettkampf-Alltag raus und zeigte mir neue Seiten auf. 🙂

#7 Berlin Marathon am 28.09.2014

Die Sehnsucht auf diesen Marathon war enorm. 9 Monate aufgrund eines Ermüdungsbruches außer Gefecht gesetzt und komplett lauffrei gewesen, konnte ich den 2013er-Marathon nur im TV schauen und bekam dabei Sehnsucht. Obwohl ich im Dezember 2013 verletzt war und keiner sagen konnte, wann ich wieder mit dem Laufen beginnen könne, meldete ich mich Dezember 2013 für die 42,195 km in Berlin für das Folgejahr an. Ich brauchte ein Ziel. Statt Laufen war ich dafür bis zu sechsmal in der Woche im Fitnessstudio und arbeitete an meinem Comeback. Beim Aufwärmen versuchte ich es immer wieder auf dem Laufband – aber es wollte einfach nicht gehen! 😦 Immer weiter arbeiten hieß das Ziel! Muskeln aufbauen um den Knochen zu entlasten. Ab April konnte ich dann erstmals wieder Laufen und begann direkt mit der Berlin-Vorbereitung. In Berlin selber war ich dann aber auch an dem Tag selber wohl etwas überfordert und wie so oft vor Wettkämpfen noch im Tiefschlaf. Wir übernachteten bei Freunden und wollten mit der Bahn zum Start fahren. Genug Zeitpuffer hatten wir (Bäcker und ich) zum Glück einberechnet. Dies war auch gut so, denn wir stiegen in die falsche Bahn ein und fuhren direkt in die falsche Richtung. Das Adrenalin stieg. Die Nervosität ebenso. Wenn Chemnitzer allein in der Großstadt sind. Zwar keine große Panne – aber auch diese geht mir nicht mehr aus dem Kopf und hat sich irgendwie eingebrannt…der Marathon lief dann ganz gut wenn man die Verletzung im Vorfeld in Betracht zieht. Allerdings zu wenig für meinen Ehrgeiz, weshalb ich im Folgejahr nochmal an den Start ging und endlich meine Wunschzeit von unter 3-Stunden erreichte. Mittlerweile kaum vorstellbar, dass dies ursprünglich als „meine Endzeit im Marathon“ und als „das ganz große persönliche Ziel im Marathon gelten sollte“…;)

#8 Mainz Marathon am 22.05.2016

Mainz Marathon. Nur dank der Deutschen Hochschulmeisterschaften als Starter für die TU Chemnitz da gelandet. Aber es war wohl der Wettkampf, in dem ich am besten vorbereitet an den Start gehen sollte. Wetterbericht sagte Temperaturanstieg von über 10 Grad voraus. Erstmalig über 30 Grad im Jahr 2016. Ausgerechnet zum Highlight der noch frühen Saison. Wettkampfstrecke komplett dank der TV-Aufzeichnung aus dem Vorjahr angeschaut. Schwierige Streckenabschnitte am Vorfeld schon mal abgelaufen. Über 5 Liter am Vortag getrunken. Training lief perfekt. Das Wetter war an dem Tag der größte Gegner. Aber zum Marathon habe ich ja bereits einen eigenen Blog verfasst (Blog #13 Mainz Marathon). Bei Kilometer 38 war ich auf jeden Fall drauf und dran mich zu verlaufen, als ich an eine Kreuzung kam und kein Ordner mir helfen wollte. Ich war auch gerade dabei falsch abzubiegen, als plötzlich „Komm schon pattex! Hier geht’s lang – gleich geschafft!“-Rufe vom Streckenrand kamen. Bei einem Lauf, bei dem man nicht mit bekannten Leuten an der Strecke rechnet, dann genau an der wichtigsten Stelle doch überrascht zu werden, ist extrem viel wert…danke nochmal Bäcker! 🙂 Der Marathon war so unter diesen Wetterbedingungen schon ein harter Kampf und wäre im Falle eines Verlaufens nur noch härter und brutaler geworden. 2:48 Stunden in Mainz sind aktuell meine drittschnellste Marathonzeit. 🙂 Verlaufen dieser Art gab es mittlerweile öfter, unter Anderem auch beim Dresden Marathon, beim Mitteldeutschen Marathon in Halle/S. oder beim Wüstenbrander Heidelberglauf. Diese bleiben immer irgendwie in Erinnerung. Komischerweise sind die Ordner da meist nicht drauf vorbereitet und reagieren irgendwie gar nicht…

#9 Steinberglauf Chemnitz am 02.06.2017

Der Steinberglauf ist für einen Chemnitzer Läufer ein Lauf, den man unbedingt mal mitgemacht haben muss. Für mich die vierte Teilnahme in Folge (mehr war in meiner kurzen Läuferkarriere auch noch nicht möglich). Nachteil dieses Laufes ist neben des Streckenprofiles der Zeitpunkt der Veranstaltung. Anfang Juni ist es meist extrem heiß. So auch an dem Tag. Außerdem Freitag Abend 18.30 Uhr. Da ist man meist schon fertig vom Tag selber. So war auch ich durch das Wetter ziemlich geschafft und wollte mich beim Nachhause kommen nochmal kurz hinlegen und ein Powernapping von 15 Minuten betreiben. Klar. Könnte klappen. Klappte aber nicht. Ich wachte nach 45 Minuten auf. Uhrzeit: 18:05 Uhr! Problem war nun, das ich wenn ich mich mit Anziehen, aufs Rad setzen und losfahren etwa 20 Minuten brauchen würde. Wenn ich alle Ampeln ignoriere und nix dazwischen kommt. Könnte klappen. Allerdings gab es dann keine Zeit mehr zum Überlegen. Also sofort raus ausm Bett und ab aufs Rad! Egal ob ich jetzt alles habe oder nicht! Ein weiteres Problem war allerdings, dass ich noch gar nicht für den Lauf angemeldet war. Das musste also noch schnell jemand für mich übernehmen. Mein Plan dazu sah wie folgt aus: vom Rad aus meine Laufpartner anrufen. Sie sollten mich fix anmelden und mir die Startnummer bei meiner Ankunft schnell entgegen werfen, während ich Fahrrad anschließe und zum Start sprinte. Klang nach einem Plan. Aber – es musste eben alles gut gehen. Ging es aber nicht! Von vier angerufenen Leuten ging keiner ans Handy. Waren wahrscheinlich alle schon beim Warmlaufen während ich weder gemeldet noch in der Nähe des Wettkampfbereiches war. Puh! Ich durfte nicht anhalten. Und ich durfte nicht nachdenken. Einfach mal machen. Wird schon irgendwie. Tatsächlich. Ich bekam einen Rückruf. Nun schilderte ich hektisch mein Anliegen am Handy während ich in die Pedalen trat. Ich verwies darauf, keinerlei Fragen an mich zu stellen, sondern bitte einfach nur das zu machen was ich sagte. Und tatsächlich. 18:26 Uhr kam ich völlig durchnässt bei etwa 30 Grad am Gelände an. Meine Nummer wurde mir zugeworfen. 18:29 Uhr stand ich an der Startlinie. 18:30 Uhr ging es pünktlich los. Am Ende ein zweiter Gesamtplatz, den ich wohl trotz der Tatsache, dass es kein wichtiger Lauf ist, nie vergessen werde. Danke vor allem an Manuel Eberhardt! 😉

#10 Pfaffenberglauf Hohenstein-Ernstthal 05.04.2014

Eine Story, die mir aufgrund des vorher beschriebenen Ereignisses gerade noch einfällt! 😀 Pfaffenberglauf 2014. Erst kurzfristig von dem Lauf erfahren, wollte ich dann auch ohne Voranmeldung daran teilnehmen und stieg kurzer Hand in den Zug Richtung Hohenstein. Allerdings entschied ich dies so kurzfristig, dass ich nicht mal genau schaute wo der Lauf stattfinden sollte. Ich schaute online noch fix und notierte mir eine Adresse. Daraufhin stieg ich dann auch an dem Bahnhof aus. Allerdings merkte ich schnell, dass da etwas nicht stimmte. Nach Wettkampf sah das hier nicht aus. Im Gegenteil. Ich stand plötzlich vor dem Haus der Veranstalters! 😀 Da hatte ich in der Hektik also tatsächlich die falsche Adresse genommen. Nach mehrmaligen Fragen anderer Leute erfuhr ich, dass der Wettkampfort noch 5 km entfernt sei. Ja klasse. In 45 Minuten geht der Wettkampf los! 😀 Also wieder einen Plan schmieden und Bäcker (zum dritten Mal Erwähnung in diesem Blog – sollte mir zu denken geben 😉 ) anrufen, der Vorort war. Er musste mich nun fix anmelden. Ich selber hatte aber das größere Problem! Ich musste nun bereits anfangen mich warm zulaufen, wenn ich die 5 km noch hinter mich bringen wöllte – und das in Jeanshosen! Wobei! Nein! Ich entschied mich, mich einfach fix schon mal umzuziehen und direkt los zu rennen. Nächstes Problem – mein Handy-Akku war nun müde und mein Handy legte sich schlafen! Ach komme. Wie sooft – Gehirn aus. Nicht mehr nachdenken. Einfach machen! Ich schaffte es irgendwie wieder mal völlig durchnässt pünktlich zum Start. Es sind einfach diese Momente…

Ich könnte noch die ein oder andere Story erzählen, aber irgendwie reicht es jetzt auch…im Endeffekt will ich damit verschiedenen Dinge aufzeigen:

  1. Keiner ist perfekt!
  2. Solche Dinge vergisst man sein Leben nicht!
  3. Diese Momente prägen einen und man kann Rückschlüsse daraus ziehen für die folgenden Wettkämpfe!
  4. Man kann viele dieser Dinge auch auf den Alltag beziehen und anwenden!
  5. Man muss einfach auch mal machen und Entscheidungen unter Druck treffen!
  6. Man muss sich auf andere Leute verlassen können!
  7. Und wenn das alles klappt und am Ende alles gut ausgeht – dann Chapeau auf diesen Moment! 🙂 ❤

In diesem Sinne – sammelt eure eigenen Erfahrungen, macht was Verrücktes und genießt es im Zurückblicken! 🙂

Ansonsten – rutscht gut ins neue Jahr! Wir sehen uns entweder nochmal beim Chemnitzer Silvesterlauf – wenn nicht, dann hoffentlich im Jahr 2018 wieder!

Sport- und mähfrei! 🙂

 

Advertisements

#24 Der ganz normale Wahnsinn oder warum die Uhren in Tschechien eben doch etwas anders ticken?! #hannahplzentrail

Hannah Plzen Trail. Mein erster internationaler Lauf. Und nein, diesen Wettkampf habe ich auch 1,5 Tage danach noch nicht verstanden. Aber dieser legendäre Moment. Dieses einzigartige Erlebnis. Dieses Adrenalin. Es war wieder da…

11.11.2017. Faschingsanfang. Samstag 4.50 Uhr. Der Wecker klingelte. Klar nach drei Stunden Schlaf. Kann man machen. Muss man aber nicht. Nun gut. Licht an. Kaffeemaschine an. Nutellaglas auf. Radio an. Toll. DJ-Party-Mix. Für die einen Freitagnacht. Für mich Samstagmorgen. Alles eine Sache der Sichtweise. Aber ja, im Nachhinein gesehen war es das auch alles wert…

Pilsen. Tschechien. Ein 23-km-Trail-Run war das Ziel. Ein Wettkampf bei dem in der Offseason der Spaß im Vordergrund stehen sollte. Spaß. Haha. Spaß. Klar. Wir waren gesamt acht Leute, die sich auf den Weg machten und das Wetter spielte mit. Es mochte uns. Zwar nur 5 Grad – aber blauer Himmel und Sonnenschein. Obwohl es nicht so vorausgesagt  war und uns positiv überraschte. In Pilsen merkten wir dann schnell, dass es kein Wettkampf wie jeder Andere werden sollte.  Für  mich war es der erste internationale Lauf. Und das bekam ich schnell  zu spüren. Die Online-Anmeldung lief nur dank der treuen Dienste des Google-Translators. Die Verständigung bei der Startunterlagenabholung erfolgte mit Händen und Füßen. Streckenkenntnisse waren keine vorhanden. Google Maps zeigte zwar den Verlauf an. Aber Höhenmeter oder Ähnliches blieben ein Geheimnis. Das Gerücht von 300 Höhenmetern machte die Runde. Ok. Machbar. Aber  es sollte alles anders kommen…

Pilsen. Bier brauen können sie hier. Und irgendwie freute ich mich auf das Ankommen im Ziel. Auf das Bier danach. Doch bereits beim Einlaufen merkte ich, dass es heute eine harte Nuss zu knacken geben würde. Das Bier würde heute definitiv nicht zu mir kommen – nein, ich musste zu ihm kommen. Ich lief mich 3,5 km ein. Etwa 1,5 km hin, einen etwas abgeänderten Weg zurück. Und tatsächlich…bereits auf den 1,5 km verlief ich mich zweimal. Ich packte es nicht die Strecke zu finden. Klasse. Na hoffentlich stehen dann paar Streckenposten. Ich erinnerte mich an dem Tag mehrfach an den Coswiger Sachsenlauf 2016. 29,8 km. Damals gab es in der Nacht vorm Wettkampf schwere Unwetter. Die Strecke war zum Teil überschwemmt und Baumstämme lagen auf der Strecke. Es wurde am Start gesagt, dass die Strecke nicht nochmal geräumt und markiert werden konnte. Wir sollten auf Wanderweg-Hinweise achten. Allerdings war da ein tschechischer Sportfreund am Start, der dies wohl nicht übersetzen konnte. Bei km 25 kam er mir jedenfalls als Drittplatzierter auf der Strecke etwas verwirrt entgegen um dann entsetzt wieder umzukehren und mir davon zu rennen. Ich hoffte, mir würde es heute nicht so ergehen.  Aber bereits das Einlaufen lies Schlimmes erahnen…

11.00 Uhr. Elf Minuten vor Faschingsbeginn fiel der Startschuss für die 23 km. Aber in spätestens elf Minuten sollte auch ich Fasching auf der Strecke feiern. Den Anfang kannte ich ja bereits. Klar, ich wusste nix über meine Konkurrenz. Aber was solls. Dran bleiben. Ich ordnete mich in  die 4er-Führungsgruppe ein. Bergab lies ich immer federn, bergauf kämpfte ich mich wieder an die Gruppe heran. 300 Höhenmeter. Ha! Nach vier Kilometern wusste ich, das es garantiert mehr werden würde. Ich war schon leicht mitgenommen durch die ständigen Tempowechsel. Aber noch waren wir auf Hauptwegen. Dann kam Kilometer 4. Ein Tscheche aus der Führungsgruppe lies sich kurz hinter mich fallen. Musterte mich von hinten. Kam neben mich. Musterte mich von der Seite. Lief vor mich. Musterte mich von vorne. Sprach ein paar Worte auf Tschechisch und lief an mir vorbei. Gruselig. Was sagte er zu mir? Was sollte das werden? War ich jetzt verhext? Tatsächlich fühlte es sich so an. In dem Moment als er an mir vorbeizog, nahm das Unheil seinen Lauf. Es kam wieder eine Bergab-Passage. Aber nun war ich chancenlos. Laub. Schlamm. Steil. Schmale 10 cm Laufrinne. Es ähnelte einer Bobbahn. Sehr kurvig. Extrem eng. Ich hatte keinen Halt und begann zu wandern. Ich und wandern. Im Wettkampf! Huch! Diese Passage war zu allem Überfluss auch noch zirka 200m lang. Ich verlor massig Zeit. Nicht nur, dass die Führungsgruppe jetzt 100m entfernt war – nein, ich wurde bis auf Platz 8 durchgereicht. Das Rennen schien für mich beendet. Mit meinen Schuhen hatte ich keine Chance. Trailerfahrung fehlte mir auch. Es hieß für mich ab jetzt nur noch verletzungsfrei durchzukommen und nicht auf die Konkurrenz zu achten. Die kennen die Strecke sicherlich eh besser als ich. Also lass sie mal machen. 19 Kilometer Spaß haben hieß nun das Ziel. Naja. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, was die letzten 19 km noch alles zu bieten haben würden. Die ersten Kilometer waren nur die Einleitung. Eine Art Zubringer auf die wirkliche Laufstrecke. Wahrscheinlich war es das, was mir auf Tschechisch zugesagt wurde: „Nimm dich in Acht, junger Padawan! Möge die Macht mit dir sein! Wir im Ziel uns sehen!“. Ja, so ungefähr würde ich es ohne Google-Translator im Nachhinein übersetzen…

Herzlich willkommen irgendwo im Pilsner-Wonderland! Der Traillauf begann nun erst so richtig. Von Kilometer 4 bis 13 vermisste ich zwischenzeitlich sogar öfters das Schwimmen. Ach ja. Schön chillig im Becken planschen. Hmmm. Aber zugegeben – so viel Zeit zum Überlegen und Nachdenken blieb gar nicht. Jeder Schritt musste sitzen. Es  waren mehrere Sportarten vereint – Laufen. Orientierungslauf. Klettern. Wandern. Es war von allem was dabei. Mein Gel, dass ich ursprünglich zwischen Kilometer 7 und 8 zu mir nehmen wollte, konnte ich erst bei km 13 einnehmen. Vorher war es einfach nicht machbar. Streckenposten waren Fehlanzeige. Sanitäter wären von Nöten gewesen. Aber hätte wohl Geld gekostet. Es gab auf 23 km nix. Eine Verpflegungsstation. Diese war aber eher improvisiert aus dem Kofferraum eines PKW, der auf der anderen Straßenseite stand. Da standen wenigstens ein paar Trinkbecher am Boden. So ganz beschreiben kann ich das Ganze eigentlich gar nicht. Steilhänge wurden parallel gelaufen, ohne das überhaupt ein Weg existierte. Auf losem Laub und verstecktem Schlamm. Höchste Konzentration! Ein ganz kurzer Blick nach links unten. Klasse! Der Hang endete mit einem Fluss. Bestimmt 5 Grad warm. Perfekt. Weiche Landung. Ohne Streckenposten keine Chance. Die Pfeile waren lediglich auf Laub gesprüht. Straßenüberquerungen wurden weder für Läufer noch für PKW´s gekennzeichnet. Naja gut. Wenn man das weiß, mag das ja gehen. Aber beim ersten Mal hatte ich Glück. Ein Auto überholte gerade ein anderes während ich aus dem Wald gerannt und doch noch leicht erschrocken zum Stehen kam. Gut. Ruhe bewahren. Nach der Getränkestation gab es einen Anstieg, den ich so auch noch nicht erlebt hatte. Steiler ging es kaum. Durch den Schlamm und das Laub war es nicht möglich da hochzukommen. Ich versuchte es, rutschte aber immer wieder zurück. Ich zog mich letztendlich an Baumstämmen hoch. Die Waden brannten. Der Körper war ein einziges Wrack. 😀 Danach fehlte mir die Kraft. Es gab dann tatsächlich noch zwei Stürze. Zum Glück nur leichte und ohne Folgen. Das Verlaufen durfte natürlich auch nicht fehlen. Ich blieb an einer Kreuzung ohne Pfeil stehen und wartete. Und tatsächlich. Es kamen kurze Zeit später zwei Tschechen. Ich war nicht der Einzige, der den falschen Weg nahm. Sie diskutierten mit mir auf Tschechisch. Mein Englisch und Deutsch wurde wohl ignoriert. Da aber keiner den ersten Schritt wagen wollte und sie wohl auch ziemlich aufgebracht waren und nicht weiter wussten, traf ich eine Entscheidung und wählte den Weg nach links. Das musste vom Gefühl her die richtige Richtung sein. Zurücklaufen war mir zu blöd. Keine Ahnung ob ich die Pfeile jemals wieder finden würde. Und ja, meine Pfadfinderfähigkeiten waren überragend. Die beiden folgten mir. Wir waren kurze Zeit später wieder auf der Strecke. Super. So ging das von km 4 bis 20. Alles zu beschreiben wäre einfach nur unmöglich.

Ab km 20 kam ich wieder in vertrautes Gebiet. Hier musste irgendwo das Ziel sein. Aber hey! Wir sind hier beim Hannah Plzen Trail! Mit dem Ziel verhält es sich hierbei wie mit dem Pilsner Urquell – man findet es nicht von selbst! Nein, es will gefunden werden. Plötzlich war alles anders. Es begann zu regnen. Es gab befestigte Wege. Gutes Tempo war plötzlich wieder möglich. Nun gab es auch keinen Pfeilmangel mehr. Nein. Im Gegenteil! Plötzlich geizte man nicht mehr mit Pfeilen. Sie zeigten in alle möglichen Richtungen. Geradeaus. Entgegengesetzt. Nach links. Nach rechts. Alle gleiche Größe. Alle im gleichen weiß. Ja prima. Was sollte das denn jetzt? Entgegengesetzt schloss ich aus. Ich kehre nicht einfach um! 😀 nach links und rechts sah zwar einladend aus. Wieder vom Hauptweg weg und in den Wald hinein. Aber nein. Solange es geradeaus ging, entschied ich auch für geradeaus. Komplizierter wurde es dann allerdings, als es kein Geradeaus mehr gab. Ja. Dann halt links. Hatte ja heute schon einmal geklappt. Das kuriose an der ganzen Sache – ich war plötzlich auf der Überholspur und kämpfte mich unverhofft zurück ins Spitzenfeld. So viel falsch gemacht hatte ich dann wohl doch nicht. Wahnsinn! 🙂 Einen Spanier – nach meinen Zählungen der Drittplatzierte – überholte ich 1 km vorm Ziel. Dabei muss erwähnt werden, dass es auch kein einziges Mal Hinweisschilder mit einer Kilometerangabe gab. Ohne GPS-Uhr hätte ich komplett die Orientierung verloren. Aber 1 km vorm Ziel kämpfte ich mich auf Platz 3 vor. Überraschenderweise. Meine Devise hieß nun, schnell an ihm vorbeiziehen um die Moral zu brechen und keinen Gegenangriff mehr zu gewähren. Es ging auf. 500m vorm Ziel blickte ich mich ein letztes Mal und hatte bereits über 100m Vorsprung. Das war entschieden. Im Ziel wartete ich dann auf ihn, aber wie hätte es auch anders sein sollen…er kam erst paar Minuten später rein und erzählte mir, dass er sich kurz vorm Ziel nochmal verlaufen hatte. Ja, die Pfeile. Die Pfeile! Wer sich hier nicht verlaufen hatte, hatte einfach irgendwas falsch gemacht! 😀

Falls mich jemand fragt, was auf der Strecke so alles los war und wie der Wettkampf war – hmmmm. Ich kann es einfach nicht beantworten. Ich habe das Gefühl, dass ich gar nix mehr weiß. Mein Kopf ist voll. Voll mit Eindrücken. Adrenalin. Action. Spannung. Aber auch Frust. Zwei Stürze. Einmal verlaufen. Keine Streckenposten. Keine Absicherung an Straßenquerungen. Unzureichende Verpflegung. Auf der 43km-Strecke waren zwei (!!!) Verpflegungspunkte eingezeichnet. Wenn die Strecke da genauso anspruchsvoll gewesen sein sollte, dann hätte ich nach spätestens 25 km meine Laufklamotten ausgezogen und wäre nackt auf Wildschwein-Jagd gegangen…puuuh.

Letztlich ein Wunder, dass ich gesamt Dritter geworden bin. Aber auch schwer nachvollziehbar wer sich wie oft verlaufen hat und was überhaupt alles auf der Strecke passiert ist. 23 km in 1:44:16 Stunde und laut GPS über 550 Höhenmetern. Es war ein harter Kampf auf höchster Konzentrationsstufe. Ein falscher Schritt hätte den Lauf ganz schnell beenden können.

Letztlich sind es aber doch genau diese Wettkämpfe für die man lebt. Für die es sich lohnt. Dafür steht man doch auch gerne wochenends 4.50 Uhr auf und hört sich den Live-DJ-Mix der Nacht an.

Insgesamt war es ein määähga Ausflug. Ob ich den Wettkampf nochmal laufen würde, kann ich aktuell nicht mal beantworten. Das Adrenalin ist immer noch da. Der Wettkampf steckt noch in den Muskeln und im Kopf. Das Bier wurde im Ziel dann auch gefunden und auch die tschechische Küche war einfach nur überragend! ❤

Danke für alle, die dabei waren. Es war einfach unbeschreiblich schön! 🙂 Mäh-frei und lebt euren Sport! 😉

23456532_704869869711280_7815868946063004098_o

#23 Leidenschaft Marathon oder warum auch Schafe Herbstgefühle entwickeln können?! #dresdenmarathon

„Einfach irre!“. Das waren meine ersten Gedanken nach dem Überqueren der Ziellinie beim Dresden Marathon. „Einfach irre!“.

2:42:57 Stunden – 3:51 min/km – 42,195 km – 8. Platz gesamt – 2. beste persönliche Marathonzeit.

Die Zahlen lesen sich im Nachinein ganz überragend. Aber dahinter stecken eine Menge Überwindung, Motivation, K(r)ampf und Wille. Denn wie schon mehrfach betont, wollte ich auf Grund der beiden Ultraläufe, der Umstellung auf Triathlon und meiner Bestzeit von 2:38:58 Stunden nicht nochmal auf die Marathon-Distanz gehen. Zumindest dieses Jahr nicht. Meine Zeit ist für mich völlig ausreichend. Aber ich vermisste dieses Gefühl. Diese Leidenschaft. Diese Magie der 42! Aus diesem Grund spielte ich bereits seit mehreren Monaten mit dem Gedanken, die Saison dann doch wieder mit einem Marathon zu beenden. Nur die Frage nach dem Ort war lange Zeit ungewiss. Halle. Dresden. Frankfurt. Oder eventuell doch den 50-km-Ultralauf in Schwäbisch Gmünd. Ich ließ mir mit meiner Entscheidung Zeit und meldete mich erst wenige Tage vorher für Dresden an.

22.10.2017. Dresden. Meine Lieblingslaufstadt. Dieses Jahr aber unter komplett anderen Bedingungen als im Vorjahr Mainz oder Frankfurt. Statt 150 Wochen-Lauf-Kilometern stand ich bei durschnittlich 80. Intervalle ließ ich fast komplett weg. Nur 7 Tage Regeneration nach dem Halbmarathon in Halle. Aber Dresden. Unproblematische Anreise. Lieblingslaufstadt. Noch nie den Marathon mitgelaufen.

Wie dem auch sei. Marathon schreibt irgendwie immer seine eigenen Geschichten. Emotionen. Eindrücke. Bilder. Gedanken. Ereignisse. So auch der Dresden Marathon. Morgens begann alles bestens. Obwohl ich schon beim Aufstehen merkte, dass meine Beine immer noch nicht komplett regeneriert waren. Klar. Sieben Tage vorneweg Halbmarathon 1:16:41 Stunden zu laufen, waren einerseits nicht geplant und andererseits jetzt auch nicht beste Voraussetzung. Aber was solls. 42,195 km werden die schon noch überstehen. Fahrt. Startnummerausgabe. Umziehen. Alles super. Allerdings ließ ich alles sehr ruhig angehen. Ein festes Zeitziel hatte ich nicht vor Augen. Einfach durchkommen und so gut es geht einfach mal nur genießen. Kein Druck. Das hatte ich noch nie bei einem Marathon gemacht, aber ich hatte es mir hart erarbeitet und auch einfach mal verdient gehabt. Nur bemerkte ich ziemlich schnell, dass ich noch nicht wirklich anwesend war und so den Startzeitpunkt schnell verdrängte und aus den Augen verlor. 10 km sollten 10 Uhr und (Halb-)Marathon 10:30 Uhr starten. Da wir schon zeitig Vorort waren und mir in meinem schulterfreien Laufshirt kalt war, hielt ich mich lange im Kongresszentrum auf. Allerdings hatte ich mittlerweile 11:00 Uhr als Startzeit in meinem Kopf gespeichert. Warum auch immer. Durch ein zufälliges Gespräch wurde ich darauf hingewiesen, dass der Start ja bereits in einer halben Stunde erfolgen sollte. Huch! Ahja. Plötzlich war ich wieder hellwach und das Körper kam auf Betriebstemperatur. Klar klingt eine halbe Stunde erstmal nach viel Zeit. Aber der Start war noch etwa 800m entfernt. Menschenmassen. Toilette. Einlaufen. Lauf-ABC. Steigerungsläufe. Einsortieren im Startblock. Abfahrt…

So ein bisschen erinnerte mich das an Frankfurt im Vorjahr als ich auf das Einlaufen größtenteils verzichtete und direkt aus der kalten heraus in meine 3:45-min/km-Pace startete. Diesmal ging aber alles gut aus und ich konnte mein Programm absolvieren. Im Stratblock fragte ich mich dann jedenfalls, weshalb ich mir überhaupt so einen Stress machte. Ein Kenianer kam zu spät und seinetwegen wurde der Start um fünf Minuten nach hinten verschoben. Hmmm. In meinem nächsten Leben werde ich wohl auch Kenianer…:D

Während die körperlichen Voraussetzungen nicht die besten waren, gab es in Sachen äußerliche Bedingungen nichts auszusetzen. Etwas windig vielleicht. Aber 10-13 Grad. Heiter. Perfekt für die 42,195 km. Der Start verlief super. Um überhaupt ein Anfangstempo zu finden – für mich eine absolut ungewohnte Situation ohne Zielvorgabe zu starten und auch nicht zu wissen, zu was ich überhaupt in der Lage sein würde – setzte ich mir als Ziel, jeden Kilometer unter 4:00 Minuten zu halten. Das wäre eine Endzeit von Sub 2:48 Stunden, was ich im Normalfall ohne Probleme packen sollte. Der erste Kilometer fühlte sich locker an. Ich kam gut rein in den Lauf. Der Körper machte trotz der vielen Wettkämpfe – immerhin war Dresden mein 28. des Jahres 2017 – und Strapazen gut mit. Und was sich im Training der letzten Tage noch schwerfällig anfühlte, war nun wieder gewohnt locker. Kilometer Marke Nummer 1 – 3:37 Minuten. Oh no! Nun war ich doch leicht überrascht. Es fühlte sich viel langsamer an. Die 10-km-Marke überquerte ich nach 37:38 Minuten. In Frankfurt war ich zu diesem Zeitpunkt gerade mal 8 Sekunden schneller. Ich merkte schnell, dass hier einiges möglich war. Dennoch ein sehr schmaler Grat, da ich davon ausging, dass sich der Halbmarathon aus der Vorwoche irgendwann mal bemerkbar machen würde. Nur wann? Wann kommt der Einbruch? Wann kommt die Qual?

Die Halbmarathon-Marke überquerte ich nach 1:20:10 Sekunden. Ich war weiterhin voll dirn im Tempo. Die Kilometer weit unter 4:00-Schnitt gehalten. Allerdings ging es nun in die leicht abgeänderte zweite Runde. Und hier gab es viele Parallelen zum Mainz Marathon vom Mai 2016. Auch da war die zweite Runde leicht anders. Und auch da lief es bis zur Hälfte richtig gut. In Dresden brachen nun erwartungemäß viele Läufer weg, da sie ihren Halbmarathon beendeten und nicht in die zweite Runde aufbrachen. Wir waren somit nur noch zu zweit. Nun machte sich der Wind bemerkbar. Dennoch wusste ich, dass nix schief laufen und mich aus der Ruhe und Konzentration bringen durfte. Dies geschah dann allerdings erstmals bei Kilometer 25. Eine Ordnerin spielte lieber mit ihrem Smartphone statt uns den Weg zu weisen. So bogen wir falsch ab und wurden zurückgerufen. Das brachte mich aus dem Tritt und brachte auch die Stimmung und Laune etwas ins Kippen. Ich nahm das Tempo zwar wieder auf, allerdings kostete dieser Vorgang viel Kraft und mein „Laufpartner“ zog mir jetzt davon, ohne das ich dagegen halten konnte. Die letzten letzten 17 km war ich nun also auf mich allein gestellt. Außerdem fande ich sehr schade, dass auf der zweiten Runde viele Bands an der Strecke das Spielen eingestellt hatten. So gab es bspw. eine Band, auf die ich mich bereits gefreut hatte, da ich in der ersten Runde beim Live-Gesang innerlich mitgesungen habe. Aber es wurde nicht mehr gespielt. Schade. Auch sah es jetzt auf der Strecke schon mehrfach wie Aufräumen aus und ich rannte auch einmal in einen Helfer rein, der beim Kehren der Strecke wohl nicht mit Läufern gerechnet hatte. Dabei wusste ich durch Zuschauerinformationen, dass ich auf Platz 8 lag und somit noch massig Läufer hinter mir hatte. Falsch abgebogen. Bands spielten nicht mehr. Helfer „umgerannt“. So richtig viel wollte in der zweiten Runde nicht mehr laufen. Und dennoch – bis Kilometer 38 hielt ich alle Kilometer unter 4:00 Minuten! Auch wenn ich immer mehr dafür kämpfen musste. Die letzten vier Kilometer waren dann allesamt in 4:10 Min/km. Das lag daran, dass ich beim Auftreten plötzlich eine Art Stromschlag durch mein rechtes Bein merkte. Beim Auftreten mit links das Gleiche. Es war eine Art Muskelverhärtung in der Wade, die sich beim Auftreten aber bis zum Oberschenkel durchzog und das Bein komplett versteifen ließ. So richtig beschreiben kann ich es nicht, aber es war extrem unangenehm und war so in der Art auch komplett neu für mich. Ich schrie ziemlich laut und war am Überlegen, ob es nicht schlauer wäre einfach stehen zu bleiben und mich erstmal kurz zu dehnen. Aber wer Marathon-Erfahrung hat, weiß das Stehenbleiben keine Option ist! Man kommt nie wieder in den Lauf hinein und wenn doch, dann nur noch humpelnd und mit Oberschenkeln, die sich wie Blei anfühlen. Kämpfen! So hieß die Devise. Ich hatte auch schon ganz andere Dinge erlebt. Vier Kilometer mit komischen „Stromschlägen“, die aller 200m auftauchten und mich zum Schreien brachten. Aber was nützt es schon. Dadurch lief ich nun natürlich nicht mehr sauber, weshalb ich auch Krämpfe im Rücken und in der Brust bekam. Naja. Gut. Was solls. Ich überlegte echt einige Male, wie ich weiter machen sollte. Entschied mich aber für das Durchlaufen und für den Kampf. Ein Stehenbleiben würde ich mir nicht verzeihen! Und so brachte ich den 8. Platz am Ende auch mit einer starken Zeit von 2:42:57 Stunden ins Ziel. Da reichte es dann dank des Publikums, des Moderators, des Adrenalins und der Zeitanzeige noch für einen kurzen Schlusssprint und der Rettung der 42(!!!) Minuten. Puuuuh. 😀

Als ich dann im Zielbereich so vor mich hinhumpelte und die Emotionen im Kopf kreisten, fühlte ich mich plötzlich wieder richtig gut. Beim Beobachten der anderen Läufer, die das Ziel erreichten, wirkte ich echt mit Abstand am fittesten. 😀 2:42 Stunden bedeuten nach Frankfurt in 2:38 Stunde zweitbeste Marathonzeit.

Im Endeffekt wieder ein Wettkampf mit massig Emotionen. Weitaus mehr als ich hier rüberbringen kann. Aber das bin ich mittlerweile gewohnt. Ich kann durch den Blog immerhin einen Großteil aufarbeiten. Mit dem Rest muss ich selber klar kommen. Ich bin froh, durchgerannt und nicht Stehengeblieben zu sein. Ich bin auch ausnahmsweise absolut zufrieden mit dem Lauf. Wie auch beim Firmenlauf, beim ICC und beim Mitteldeutschen Marathon schon. Im Herbst habe ich dann meine Schwächephase aus dem Frühling somit scheinbar überwinden und zu meinen Stärken zurückfinden können. Ich hoffe, dass bleibt auch weiterhin so.

2017. Ein Jahr ohne Marathon – so hieß es nach Frankfurt im Oktober 2016. Am Ende mal kurz zusammengefasst: im Frühjahr zum erste Mal überhaupt 42,195 km im Training gelaufen. Im April 48 km mit 1.200 Höhenmetern absolviert. Im Mai beim Wings for Life Run 53,9 km gelaufen. Und nun im Oktober nochmal 42,195 km. Macht insgesamt vier Läufe mit mindestens 42,195km-Strecke. Kann man schonmal so machen…zwischendrin noch 5x Triathlon.

Ich bin gespannt was 2018 so bringen mag – auf jeden Fall werde ich bestimmt mal eine Auszeit vom Marathon nehmen. Wer es glaubt…määääääh! 🙂 ❤

PS: Wer es immer noch nicht glaubt, dass die 42 einfach zu mir gehört – 42,195 km in der 42. Kalenderwoche und 42 Minuten in der Endzeit können einfach kein Zufall sein…;)

#22 Der Spaß kommt zurück oder warum auch Schafe Herbstgefühle haben! #MitteldeutscherMarathon

Herbst. Normalerweise mag ich ihn nicht. Genauso wenig wie ich das Wasser mag. Aber man gewöhnt sich ja an alles. Man muss es nur wollen. Verfall. Vergangenheit. Kürzere Tage. Weniger Sonne. Weniger Energie. Weniger Motivation. Das verbinde ich mit Herbst. Aber andererseits bedeutet Herbst auch Saisonhighlight. Marathonzeit. Start der Off-Season. Abschalten. Runterfahren. Spaß haben. 2017 scheint alles bisschen verdreht zu sein. Meine Lieblings-Jahreszeit Frühling wollte nicht so recht. Es lief rein gar nichts. Die Frühlingsgefühle waren da. Aber irgendwie machten sie sich auf eine andere Art und Weise bemerkbar. Im Herbst lebe ich gerade wieder auf. Ich habe meine innere Ruhe und Gelassenheit wieder gefunden. Ich gehe wieder anders an die Wettkämpfe und das Training heran…

2017. Marathon-freies Jahr. Wer es glaubt. Drei Tage noch bis zum Dresden Marathon. 42,195 km. Es kribbelt im Bauch. Ich bin nervös. Mit den Gedanken schon seit Tagen in Dresden. Keine Ahnung zu was ich dieses Jahr im stande bin. Aber schön, dass ich wieder Lust darauf habe. Nach Mainz und Frankfurt aus dem Vorjahr habe ich eigentlich kein Ziel vor Augen. Ultralauf. Triathlon. Iron Man. Aber Marathon ist für mich abgeschlossen. 2:38 Stunden stehen in Stein gemeiselt. Und daran werde ich mir zumindest im Moment keine Zähne ausbeißen. Umso schöner, dass ich mich auf diesen Lauf in meiner Lieblingslaufstadt an der Elbe freue. Auch wenn es der erste Marathon ohne neue persönliche Bestzeit werden wird…

Die letzten Wochen waren auf jeden Fall ereignisreich. Ein Trainingsplan lag vor. Nur hatte ich kein festes Ziel vor Augen und auch keinerlei Elan, diesen Plan durch zu ziehen. Ich machte, was ich wollte. Worauf ich Spaß hatte. Und das mit Erfolg. Ich befreite mich irgendwie von einer Riesenlast. Alles wurde leichter. Schöner. Lockerer. Auch ohne mich an den Plan zu halten, wusste ich dennoch wie ich meine Form aufrecht erhalten würde. So viel Erfahrung und Wissen hatte ich mir mittlerweile angeeignet. Alles aus dem Bauch heraus und dennoch mit System. Trotzdem war jeder Wettkampf eine Art Wunderkiste, da ich im Gegensatz zu den Vorjahren nicht genau wusste, welche Zeiten ich mit meinem eigenen Training laufen würde. Letztes Jahr trat alles bis auf jede einzelne Sekunde im Wettkampf ein. Dieses Jahr hieß es einfach laufen lassen und schauen…

Das begann bereits beim Firmenlauf. Lange Zeit stand nicht fest, für wen ich überhaupt an den Start gehen würde. Aber ich wollte starten. Und ich wollte meinen zehnten Platz aus dem Vorjahr wieder angreifen. Letztlich sollte ich wie vor ein paar Jahren mal wieder für die Sprach Union an den Start gehen. Ich lief einfach los und kam überraschenderweise als Dritter ins Ziel. 4,6 km in 14:58 Minuten. Und das Beste daran – es fühlte sich völlig locker an.

Nur wenige Tage später dann der Internationale Chemnitzer Citylauf über 10 km mit neuer persönlicher Bestzeit in 34:31 Minuten. Fünf Sekunden schneller als beim Citylauf Dresden im März. Völlig überraschend.

Deutsche Hochschulmeisterschaften in Siegburg / Bonn verliefen dann eher krampfhaft. 35:07 Minuten reichten bei den parallel stattfindenden Landesmeisterschaften NRW#s nicht mal für die Top40. In der Wertung der Deutschen Hochschulmeisterschaften reichte es für einen 19. Platz. Ein 4-Runden-Kurs mit je 200m leichtem Anstieg. Normalerweise meine Stärke, raubte genau dieser mir in den Runden drei und vier die letzten vorhandenen Kräfte und brach meine Moral. Dafür war die Zeit dann durchaus respektabel. Ich haderte nicht lange mit diesem Lauf und meiner ungewohnten Schwäche am „Berg“. Die Saison hat viele Kräfte gekostet und ich konnte damit leben. Auch ein Riesenunterschied zum Frühjahr. Ich wäre komplett unzufrieden mit mir gewesen.

Letztes Wochenende stand dann wieder der Mitteldeutsche Marathon in Halle auf dem Plan. Den Halbmarathon letztes Jahr unter miesen Bedingungen gelaufen. Auch die Strecke fand ich damals nicht schön. Dennoch lief ich da meine immer noch bestehende Bestzeit in 1:16:28 Stunde und kam als Vierter ins Ziel. Allerdings befand ich mich 2016 auch in Bestform und lief die doppelte Wochendistanz. Dieses Jahr ging ich ohne Erwartungen ran. Mein Hauptziel bestand darin, 1:20 Stunde zu unterbieten. Die Vorzeichen waren wirklich komplett verdreht. Kein Druck. Angepasstes Training. Schwere Saison in den Knochen mit 28 Wettkämpfen bis Halle. Darunter zwei Ultraläufe, eine Halbdistanz, viermal olympische Distanz. Das Wetter war aber perfekt für mich. Sonne. Über 20 Grad. Die Strecke wurde auch angepasst und führte nun nicht mehr so stark im Zick-zack, sondern wurde etwas ausgedehnt, was es sehr viel angenehmer machte. Am Ende reichte es diesmal für den dritten Gesamtplatz hinter einem Kenianer und Kristina Hendel. 1:16:41 Stunde lag dabei auch weiter über meinen Erwartungen. 13 Sekunden hinter meiner Bestzeit aus dem Vorjahr. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich sehr wahrscheinlich auf Komplettangriff gegangen. Aber auch so hätte ich es wohl gepackt. Auf der Strecke verlor ich bspw. an einer Getränkestation wertvolle Sekunden. Ich nahm an jeder Station zwei Wasserbecher und zeigte das auch im Voraus an. Den Ersten kippte ich mir immer schnell über den Kopf zur Kühlung bei den Temperaturen. Den Zweiten trank ich. Als ich den ersten Becher im Lauf weg warf um den Zweiten auf zu nehmen, zog allerdings ein Kind seinen Becher zurück und ich griff ins Leere. Das ging wohl etwas zu schnell für den kleinen Helfer. 😉 Jedenfalls zögerte ich nicht lange und rannnte zurück, um mir einen neuen Becher zu holen. Wasser ist mir in solchen Situationen dann doch wichtiger als die Gesamtzeit – wobei – ich wusste zu dem Zeitpunkt nichts von meiner möglichen Bestzeit! 😉 Auf jeden Fall hätte ich es ohne dieses Vorkommnis wohl geschafft. Zeit verlor ich auch durch fehlenden Ansporn. Auf Platz drei liegend hatte ich am Ende fünf Minuten Vorsprung auf Platz 4 und somit fehlte der Druck von hinten. Trotz allem ein extrem starker Lauf meinerseits. Damit hatte eben selbst ich nicht gerechnet.

Im Training verzichtete ich diesmal fast komplett auf Intervalltraining. Laut Plan hätte ich wieder 6 mal 15x 1.000m Intervalle laufen sollen. Diese absolvierte ich kein einziges Mal. Stattdessen probierte ich neue Dinge. Unter Anderem einen Trainings-Staffel-Team-Duathlon mit zwei Freunden. Bei bestem Wetter schnappten wir uns zwei Mountainbikes und wechselten aller 1.000m den Läufer. Die anderen beiden regenerierten derweilen auf dem Rad. So legten wir in 4:45 Stunden gesamt 65 km zurück. Es hat Riesenspaß gemacht und ich werde wohl auch selber bald meinen ersten Duathlon in Angriff nehmen. So ohne Schwimmen fühlt sich das hervorragend an! 😀

Meine Trainings- und Lauferfahrung sind mittlerweile doch schon enorm, so dass ich mein Training selber gestalten und meine Form komplett aufrecht erhalten kann. Zumindest bis zum Halbmarathon. Marathon wird sich noch zeigen. 😉 Es wird aber schwer, da meine Beine im Moment einfach nur schwer sind und ich kein Tempo aufbauen kann. Die Regeneration nach Halle dauert immer noch an und es ist fraglich, ob ich Dresden aus voller Kraft herauslaufen kann. Aber selbst wenn nicht – solange der Spaß vorhanden ist, ist alles mähga! 🙂

22.10. Dresden Marathon 42,195 km (letztes Saisonhighlight)

29.10. Glauchauer Herbstlauf 21,1 km (wenn es der Körper noch zulassen sollte – als lockeren Saisonabschluss)

ab November Trainingsumstellung auf Temposteigerung 5.000m

ab Januar Trainingsumstellung auf Temposteigerung 10.000m mit Ziel Dresdner Citylauf

02.12. Freiberger Adventslauf 4x 3km Staffel oder 12 km Einzel

Dezember 3.000m Läufe in der Leichtatletik-Halle

Januar/Februar Swim&Run Chemnitz

März Dresdner Citylauf als Saisonauftakt

Ansonsten viel Techniktraining auf dem Rennrad und im Wasserbecken. Außerdem viel Kraftaufbau im Fitnessstudio für die kommende Saison.

Auch wenn die Saison also nach dem Wochenende beendet ist – die nächste steht schon wieder vor der Tür! 😉

In diesem Sinne – ein 42-faches mäh-frei! ❤ 🙂

 

#21 Auf der Suche nach der Leidenschaft oder warum auch eine 42 mal über sich hinaus wächst! #wingsforlife

23. August 2017! Über drei Monate nach dem Wings for Life World Run in München schreibe ich nun bereits zum dritten Mal diesen Blog. Zu emotional erschienen mir die ersten beiden Versuche. Gerade nochmal durchgelesen. Nein. Das kann ich so nicht veröffentlichen. Das ich zu viel nachdenke und sich zu viel im Kopf abspielt, weiß ich selber am besten. Aber das möchte ich nicht mit der Öffentlichkeit teilen. Und dennoch – auch wenn der Lauf mittlerweile weit zurückliegt – es ist mein bisheriges Highlight aller Wettkämpfe und Sportevents, die ich auf meinem Weg bestritt. Ich habe sie wieder zu spüren bekommen – die Leidenschaft! Die Leidenschaft, die mich zum zu emotionalen Schreiben bewegte. Die Leidenschaft, die mir beim Triathlon abhanden gekommen ist. Die Leidenschaft, die mich immer wieder aufs Neue motiviert. Beim Triathlon spüre ich sie echt nicht. Jeder Marathon hat bisher für Gänsehaut gesorgt. Für pures Adrenalin. Triathlon macht Spaß. Gerade das abwechslungsreichere Training. Aber im Wettkampf wirkt dann durch die ewig lange Vorbereitung und die hektischen Wechsel alles irgendwie gestresst. So richtig will die Stimmung da nicht aufkommen. Am 07. Mai 2017 in München war sie auf jeden wieder da.

Am 03. Mai 2015 & 08. Mai 2016 saß ich jedenfalls stundenlang vor Laptop und sah mir den Livestream des Wings for Life World Run an. Ein Charity-Lauf, bei dem es keine Ziellinie gibt. Weltweit gehen zur selben Uhrzeit Läufer in verschiedenen Ländern an den Start. Überall unterschiedliche Bedingungen. Durch Wüsten. Mitten in der Nacht mit Stirnlampen. Im strömenden Regen. Durch Gebirge. Durch Wälder. An der Küste entlang. Eine halbe Stunde nach Startschuss startet in jedem der teilnehmenden Ländern das sogenannte Catcher Car mit 15 km/h und erhöht seine Geschwindigkeit in vorgeschriebenen Zeitintervallen auf die nächste Geschwindigkeitsstufe. Nach und nach überholt das Auto die Läufer und scannt deren Startnummer ab. Das Rennen ist für diese in genau diesem Moment beendet. Es gibt in diesem Sinne keine Ziellinie, was jeden Läufer über seine Grenzen hinaus gehen lässt. Der Läufer, der weltweit am längsten auf der Strecke bleibt, gewinnt den Lauf. Umgekehrt als es also sonst der Fall ist. Dieses Konzept faszinierte mich beim Schauen des Streams, so dass mir klar war da irgendwann einmal selber an den Start gehen zu müssen. Dieses Jahr war es dann so weit…

Zehn Lauf-KulTouristen entschieden sich nach München zu reisen und einen 4-tägigen Kurzurlaub Nähe Starnberger See draus zu machen. Sowas lass ich mir nicht zwei mal sagen.

Mein Ziel stand: mein erster Ultralauf über 50 km! Dafür brauchte ich ein Durchnittstempo von 4:15 min/km. Beim Frankfurt Marathon rannte ich die 42,195 km in 3:45 min/km. Aber die Überdistanz jagte mir großen Respekt ein. Die Vorbereitung lief ähnlich dem Marathon-Training mit zwei grundlegenden Änderungen. Ich wollte zwei Trainingsläufe über mindestens 42 km einbauen. Und die Einheiten waren gesamt etwas länger und langsamer. Gerade der letzte Punkt war nicht ganz einfach für mich.

Am 26. März 2017 wurde die Zeit wieder auf Sommerzeit umgestellt. Jedes Jahr ein Fest für mich, da ich die Wintermonate einfach nicht mag. Ich brauche den Frühling. Die Sonne. Die Wärme. Und überhaupt. Auf jeden Fall war an dem Tag ein 30 km Lauf geplant aus dem letztlich ein 42,2 km langer Trainigslauf wurde. 🙂 Mein erster Marathon im Training bei herrlichem Frühlingswetter. 3:10 Stunden und 4:31 min/km zeigten, dass ich meine Form nicht verloren hatte. Das war der Anfang einer langen, spannenden Trainingsperiode, nach dem ich mit meinen 10-km-Wettkämpfen trotz zweifacher persönlicher Bestzeit nicht zufrieden war. Der zweite ü42-km-Lauf fand beim Bleilochlauf über 48 km statt, über den ich bereits berichtete. Auch die sonstige Vorbereitung lief perfekt. Ich hielt mich an meine Vorgaben und war auf den Punkt genau fit.

Da der Wettkampf nun doch schon bisschen zurückliegt, möchte ich den Bericht einfach aus meiner vorherigen Fassung kopieren, da ich den emotionalen Teil nun komplett umgeschrieben habe 🙂 – dadurch kann es aber sein, das nicht mehr alles aktuell ist, gerade in Sachen Triathlon in Moritzburg & Gera. Sollte es dahingehend Probleme geben, bitte direkt bei meinem Anwalt melden! 😀

„Zwei Tage vor dem Wettkampf reisten wir nach Bayern. Unsere (un)ruhigen Nächte verbrachten wir im Schloss Mörlbach, welches eine Mischung aus prunkvoller Vergangenheit, Überraschungen, Abenteuer und Aktmalerei aufzuzeigen hatte. Es war…geheimnisvoll! Das passte doch auch irgendwie zu dem bevorstehenden Laufevent. Geheimnisvoll, abenteuerlich und sicherlich voller Überraschungen. Das Wetter war am Freitag und Samstag überragend. Trocken. Sonne. 20 Grad. Dies lies uns am Samstag nach Abholung der Startunterlagen im Olympiapark München dann auch auf die Idee kommen, das erste Freiwasserschwimmen der Saison zu absolvieren. Der Starnberger See lag nur wenige Kilometer von „unserem“ Schloss entfernt. Bei heißen 9 Grad ging es dann auch direkt ab. Da ich mich gegen die Mitnahme eines Neoprenanzuges entschied, war meine Armfrequenz beim Kraulschwimmen dann auch etwas höher. Sollte ich dies in den Wettkämpfen genauso fabrizieren, dann dürfte ich in Gera und Moritzburg definitiv als Erster aus dem Wasser kommen. :D“

Da hörte ich dann bei beiden Versuchen des Schreibens jeweils auf, weshalb ich den Lauf jetzt noch versuche kurz zusammenzufassen. Am 07. Mai 2017 änderte sich das Wetter dann auf jeden Fall schlagartig. 11 Grad. Dauerregen. Kalt. Nass. Keine Top-Bedingungen um 50 km zu absolvieren. Aber was solls. Man kann es sich eben nicht aussuchen. Start 13 Uhr im Münchner Olympia-Stadion mit 9.999 anderen Chaoten. 😉 Start in der ersten Reihe. Raus aus dem Stadion. Raus aus München. Aller 5 km standen Shuttle-Busse bereit, die die bereits ausgeschiedenen Läufer wieder zum Start bringen sollten. Ab km 50 wurde jeder Läufer persönlich von einem Kleintransporter abgeholt. Mein Ziel! 😉 Auf der Strecke war es abwechslungsreich. Waldboden. Schlamm. Großteil Bundesstraßen. Viele Schafe. Einige haben es ja auch in die TV-Übertragung geschafft. 🙂 Ich selber hatte an dem Tag stark mit mir selber zu kämpfen. Am Vortag habe ich innerhalb von zwei Stunden über 600 Gramm Zucker zu mir genommen – 2x 100 Gramm Schoko-Tafel + 2 Ltr Cola + 400 Gramm Packung Discounter Mars-Riegel! Ja, ich und Süßigkeiten. Wir werden uns wohl nie trennen können! 😀 Auf jeden Fall musste ich auf den ersten 20 km bereits zweimal auf Toilette. Nicht nur, dass ich dadurch über zwei Minuten einbüßte. Ich musste auch meine tolle Gruppe verlassen, die aus etwa 25 Leuten bestand und genau mein Tempo liefen. Rankämpfen war nicht mehr möglich, weshalb ich ziemlich schnell allein unterwegs war, trotz 10.000 Startern. Aber da musste ich nun eben durch. Kämpfen! Kämpfen! Und nochmals kämpfen! Der starke Gegenwind machte das alles nicht besser und kostete enorme Kraft. Bis Kilometer 30 hatte ich tatsächlich so meine Zweifel, die 50 km jemals erreichen zu können. Doch dann kam ich ins Rollen und konnte auch endlich in meinem Tempo durchlaufen. 🙂 Kilometer 42,195 erreichte ich bei 2:58 Stunden. Ich war also genau in meinem geplanten 4:15-min/km-Schnitt. Bei km 50 machte ich einen kurzen Sprung und freute mich riesig mein Ziel gepackt zu haben. Nun setzte sich nochmal Adrenalin frei und ich rannte um mein Leben, um nicht vom Catcher-Car eingeholt zu werden. Schließlich wollte ich jetzt mehr und das Optimum herausholen. Ein Kampf gegen den Wind und die Erschöpfung meines Körpers. Außerdem ging es seit dem 35. Kilometer stetig bergauf. Nach 3:48 Stunden wurde ich letztlich erlöst. Das Auto fuhr an mir vorbei! 53,9 km!!! Das war weitaus mehr als erwartet. 10. Platz in Deutschland von 10.000 Startern. Unter den Top200 weltweit. Ein Riesenerfolg!

Die Rückfahrt war dann auch nochmal eine Riesenerfahrung für sich, da nun die Top15 in dem Bus saß. Wir fuhren solange hinter den Läufern her, bis auch der Erstplatzierte ausschied. Sebatian Hallmann mit 68,5 km war der Sieger in München. Insgesamt saßen sowieso einige berühmte Experten im Bus. Ehemaliger Pacemaker der Hahner-Twins, Asics-Frontrunner, Trainingspartner von Sabrina Mockenhaupt, Sieger Wings for Life Darmstadt aus dem Vorjahr. Ich kam mir irgendwie verloren vor. 😀 Mittlerweile hatte ich sogar ein richtig schlechtes Gewissen, da ich wusste, das die anderen neun Leute noch auf mich warteten und wahrscheinlich schon komplett durchgefroren waren. Ich wollte nur schnellstmöglich ins Ziel zurück, da ich wusste, dass von den 10.000 Startern viele schon seit Stunden abgereist waren und es eben bei 11 Grad und Dauerregen auch nicht angenehm sein würde, ewig warten zu müssen. Wir waren nach meinem Ausscheiden bei km 53,9 noch fast 2,5 Stunden unterwegs, bis wir wieder im Stadion waren. Und tatsächlich – es war mittlerweile fast komplett leer. Aber zum Glück waren die Anderen alle noch gut gelaunt! 🙂 Und jeder war auf seine Weise überglücklich bei diesem Lauf dabei gewesen zu sein. Jeder hatte was anderes zu berichten und ich war einfach direkt komplett überfordert. 🙂

Mit drei Monaten Abstand zu schreiben hat Vor- und Nachteile. Die ersten Fassungen konnte ich nicht veröffentlichen aufgrund zu vieler Emotionen. Beim jetzigen Schreiben fehlen dafür einige Emotionen – und dennoch musste ich diesen Blog nochmals Schreiben und veröffentlichen, da er mir vieles aufgezeigt hat!

Meine Leidenschaft liegt im Laufen! Triathlon ist schön. Triathlon macht Spaß. Aber mehr auch nicht. Die Leidenschaft fehlt da. Und beim Laufen kann ich noch vieles erreichen. Gerade im Ultra-Lauf. Bleiloch & Wings for Life haben gezeigt, zu was ich in der Lage bin, wenn ich da weiter dran arbeite. Mein Wille und Ehrgeiz sind riesig. Ich kann kämpfen. Ich kann beißen. Diese Distanz war hart. Aber ich weiß, das ich noch mehr kann. Und die Emotionen waren – wenn auch nicht im Blog beschrieben – riesig! 🙂 72-km-Rennsteig-Lauf. 100-km-Straßenlauf. Das sind Ziele, die seit München zum Greifen nahe sind. Triathlon werde ich auch weiterhin in Angriff nehmen. Zumal ich auch unbedingt noch einen Iron Man absolvieren möchte. Aber eben nicht in der Intensität und auch nicht mit einer Topzeit, die sowieso wegen Schwimmen und Rad nicht möglich sein würde. 😉

So. Nun aber. [diesen Blog kann ich getrost veröffentlichen – ohne meine persönlichen Momente mit erwähnt zu haben ;)] Manchmal sind aller guten Dinge zum Glück drei und nicht 42! In diesem Sinne – Sport frei!

#20 Auf der Suche nach dem verloren gegangen Ich oder warum mein Kopf von Schafen regiert wird! #koberbachtaltriathlon

Ich bin komisch! Huch. Äh. Stop! Neee. Ich. Bin. Komisch. Hey! Was los? Koooomiiiiisch! Ach herrje. Verrückte Welt.

Ja doch! So war der Einstieg nicht geplant. Und ja, irgendetwas scheint mit mir nicht zu stimmen. Wieder einmal. Wie immer. Eigentlich. Nichts Neues. Nichts was mich wundern sollte. Ich bin komisch. Ja. Komisch. Einsicht oder so! Dieser Blog schon wieder. Eigentlich war er wieder einmal geschrieben. Fertig. Am Sonntag Abend. Fertig. Komisch. Über 42.195 Wörter. Geschrieben. Aber. Wo? Wo sind sie hin? Wo? Komisch! Ich? Die Welt? Die Schafe? Oder doch die Anderen? 42.195 Wörter. Weg. Einfach so. Ich habe sie gerade eben gelöscht. Einfach so. Beschlossen. Ich. Beschlossen. Aber wieso denn nur? Warum? Wo sind sie jetzt? Ach ney. Ich verstehe mich manchmal nicht. Als ich gestern den Blog schrieb, wusste ich schon warum ich diesen nicht direkt veröffentlichen wollte. Zu negativ. Das war nicht ich. Oder. Vielleicht ja doch. Aber. Das will ich nicht sein. So will ich nicht sein. Dieses Jahr ist echt verrückt. Ich glaube fast, diese Eindrücke, Emotionen etc. bringen mich immer näher an den Rande meines Verstandes. Vor wenigen Tagen noch Moritzburg. Halbdistanz. Himmelhochjauchzend. Dieses Wochenende. Koberbachtal. Olympische Distanz. Zu Tode betrübt. Hm. Und nun. Nun sitze ich zum zweiten Mal am Blog #20. Zum zweiten Mal. Und schreibe schon wieder einfach nur das, was mir gerade so in den Sinn kommt. Gedanken. Viel zu viele. Ja. Ich mache mir zu viele Gedanken. Jedes Mal. Immer wieder. Ich will das nicht. Weniger Gedanken. Ich bin komisch…

Diese negative Schwingungen in meinem Kopf nerven mich. Da sind sie auf jeden Fall wieder. So kannte ich mich die letzten Jahre nicht. Oder kaum. Selten. Fast gar nicht. Positiv! Positives Denken! Immer vorwärts schauen. Immer neue Ziele setzen. Immer weiter. Das war mein Weg. Und der war erfolgreich. Dieses Jahr hatte ich bereits in Dresden schon diesen negativen Anflug. Das Ergebnis – ich scheiterte! Ich scheiterte an mir. An zu hohen Erwartungen. An zu viel Druck. An zu viel negativen Energien. Der Optimismus fehlte. Koberbachtal könnte glatt eine Kopie des Dresdner Citylauf aus dem März sein. Trotz Bestzeit über 10 km in 34:36 Minuten zerbrach ich mir den Kopf, was an diesem Tag alles schief gelaufen sei. Und so war es auch die letzten beiden Tagen mit Koberbach. Aber warum? Wo kommen sie denn plötzlich her diese Erwartungen? Wo blieb an diesem Tag der Spaß?

Nun gut. Langes Intro. Kurzes Mäh. 17. Juni 2017. Mein vierter Triathlon. Nach der ersten Halbdistanz aus der Vorwoche nun der dritte Olympische. Und schon wollte ich Ergebnisse sehen. Verbesserungen. In allen drei Disziplinen. Ja. Ne. Ist klar. Ein Triathlon besteht aus Schwimmen, Radfahren, Laufen. Und zwischendurch noch aus seltsamen Wechseln. Und ich halte fest, dass ich bis Juni 2016 nichts anderes als Laufen gemacht habe. Und das auch erst seit März 2012. Irgendwie habe ich es durch meinen Ehrgeiz gepackt, mich da ordentlich zu steigern und ein gutes Niveau zu erreichen. Im Juli 2016 kam ich dann auf die glorreiche Idee mir ein Rennrad zu kaufen. Ok. Gut. Warum auch nicht. Als Trainingsalternative sicher nicht ganz verkehrt. An Triathlon dachte ich da allerdings noch nicht. Noch nie auf einem Rennrad gesessen. Reifen. Sitzposition. Klickpedale. Alles neu. Mein Ziel lautete zu der Zeit Frankfurt Marathon in unter 2:40 Stunden, weshalb ich bei etwa 140 Laufkilometern und 10 Laufeinheiten pro Woche stand. Radfahren zur Regeneration konnte da nicht schaden. Ende September stand ein Halbmarathon-Wettbewerb im Trainingsplan. Leider gab es zu dieser Zeit keinen Lauf in der Region und auch sonst nix ähnliches, das mich gereizt hätte. Also was machte ich? Richtig! Bäääm! Ich meldete mich für den Zwickau Triathlon an. Ohne große Rennrad-Erfahrung. Ohne Kraulen zu können. Ohne…ach, egal. Olympische Distanz. 1.500m Schwimmen. 40km Rad. 10km Laufen. Klar. Wird schon laufen. Und tatsächlich brachte ich das mit meinen eleganten Brustschwimmkünsten dann auch ganz ordentlich über die Runden und war einfach nur stolz darauf. 2:32 Stunden waren auch nicht verkehrt. Zwei Wochen später Bestzeit Halbmarathon in Halle in 1:16 Stunden und wiederum zwei Wochen später Bestzeit Marathon in Frankfurt in 2:38 Stunden. Alle Ziele erfüllt.

Ich. Bin. Komisch. Ja. Einsicht. Nach dem Frankfurt Marathon wusste ich, dass ich diesen Aufwand von bis zu 160 Laufkilometern in der Woche nicht nochmal angehen möchte. Nicht, dass es mir keinen Spaß gemacht hätte. Aber um diese Zeit nochmals zu verbessern, hätte ich viel zu viel Aufwand betreiben müssen. Deshalb beschloss ich, ab November 2016 dann auch mit dem Kraultraining zu beginnen. Der Anfang vom Ende…

17. Juni 2017. Der 42. Versuch vom Koberbachtal-Triathlon zu berichten. Ja. Irgendwie. Irgendwie will mein Kopf nicht. Die Blockaden. Weg damit. Ich muss schreiben. Ich weiß, dass es der einzige Weg ist, meine Blockaden zu lösen und meine Stimmung wieder in eine positive Richtung zu lenken.  Schreiben löst Blockaden. Viel Schreiben löst viele Blockaden. Hui. Reicht nun. Mal im Ernst!

17. Juni 2017! Mein vierter Triathlon. Nach Moritzburg…blablabla. Schwimmen. Nein. Will ich jetzt echt über das Schwimmen schreiben? Nein. Vorher. Die Vorbereitung. Ja. Die Vorbereitung. Verlief dieses mal weitaus besser als noch in Moritzburg. Anreise erfolgte bereits am Vortag, weshalb ich die Radstrecke schon mal in Ruhe abfahren konnte. Viele Määäähs auf der Strecke. 🙂 Auch war ich im Vorfeld weitaus ruhiger als die Woche davor. Vielleicht lag es einfach nur an der angsteinflößenden Halbdistanz. Vielleicht auch nur am ersten Freiwasser- & Neo-Schwimmen. Die Erfahrung war ja mittlerweile schon enorm und auf ein unendlich-faches angestiegen. 😛 Aufstehen klappte. Frühstück war perfekt. Kurze 1km-Anreise zum Start mit Rad. Perfekt. Zeitmanagement perfekt. Ganz gut in den Neo gekommen. Perfekt. Sogar noch 100m Einschwimmen waren möglich. Perfekt. Der Triathlon begann 10 Uhr mit dem Schwimmen. Schwimmen. Ja. Tatsächlich. Mit dem Schwimmen. 1.500m. Schwimmen. Oder so. Naja. Start. 10 Uhr. Schwimmen. Hm. Mein Kopf blockiert. Auf jeden Fall bin ich geschwommen. 1.500m. Oder so. Naja. Mein Kopf ist leer. Auf jeden Fall hielt ich mich am Start bewusst verdeckt und zurückhaltend. Die ersten 300m bis zur ersten Boje liefen ganz ordentlich. Ich hatte gute Sicht. Genügend Platz, da in meiner Startwelle nur 47 Mann an den Start gingen und ich schnell abgehangen irgendwo am Ende abchillen konnte. Aber ab dieser Boje war es dann auch schon vorbei mit der Motivation. Die nächste Wende Richtung Ziel war nun etwa 1.000m entfernt. 1.000m geradeaus Schwimmen. Naja. Das sind bei meiner Schwimmzeit etwa 20 Minuten. 20 Minuten. Immerhin mit zwei weiteren Mitschwimmern, die sich dankenderweise erbarmten in meiner Nähe zu bleiben. Nun dachte ich viel zu viel nach. Kann ich schneller schwimmen? Kann ich die Lücke nach vorne schließen? Sollte ich mich von den anderen beiden lösen? Schafe wären jetzt toll. So eine Weide. Voller Schafe. Und Määähs. Warte. Stop. Schwimmen. Noch 800m bis zur Wendeboje. Durchziehen. Dann geht es in den Schlussakkord Richtung Fahrrad. Dort gibt es dann genug Schafe. So ein Duathlon. Das wäre es doch jetzt. Dann könnte ich jetzt schon auf dem Rad sitzen. Bei den Schafen. Und das Schwimmen würde wegfallen. Das macht doch keinen Spaß. So Gar nicht. Ja. Duathlon. Das wärs doch. Jetzt. Stop! Echt mal! Jetzt! Sofort! Aufhören damit! Schwimmen! Konzentrieren! Die Lücke nach vorne mittlerweile uneinholbar. Vielleicht auch nie in ergreifbarer Nähe für mich. Weiter schwimmen. Komm schon. Noch 600m. 600m. Boar ey. Ney. Das ist keine Sportart für mich. Dieser Triathlon. Auf Schafen reiten. Das wäre doch was. Jetzt. Einfach so. Über die Weide. Überall grüne saftige Wiesen. Liebende Schafe. Stooooooop! Schwimmen! Naja. Ich höre jetzt besser auf. Schwimmen. Nach 29:50 Minuten war es dann schließlich so weit. Ich durfte das Wasser verlassen. Es war…gar nicht mal so schön.

Irgendwie hat mich dieses Schwimmen ganz schön gefrustet. Es machte mir überhaupt gar keinen Spaß. Vielleicht muss das so sein. Vielleicht ist das immer so. Aber ich dachte echt viel darüber nach, ob Triathlon das Richtige für mich sei. Der Wechsel lief dann so lalala. Beim Wasserausstieg und Neo ausziehen bekam ich diesmal keine Krämpfe. Dennoch kam ich nicht auf Anhieb raus, weshalb ich mich erstmal wieder in der Wechselzone setzte. Und vor mich hinfluchte. Nein. Das machte einfach kein Spaß. Das Radfahren war ok. Zufrieden war ich nicht, aber ok. Waren auch nicht die besten Bedingungen mit welliger Strecke und viel Wind. Aber meine Ansprüche und so. 36 km in 1:05 Stunden. Damit wurde der Abstand nach vorne nochmals größer. Aber wo soll es denn in so kurzer Zeit auch herkommen. Und eine Woche nach Halbdistanz. Was aber fast noch schlimmer war – ich haderte auch noch während des Laufens mit mir. Nun aber nicht mehr wie eventuell zu erwarten mit dem Radfahren oder Schwimmen. Nein. Ich haderte mit meiner Laufleistung. 9,7 km auf welliger Strecke in 37:20 Minuten. Damit war ich nicht zufrieden. Unverständlich.

Ich bin komisch. Dieser Blog. Eigentlich sollte er anders geschrieben werden. Aber dann hätte ich mich nicht befreien können. Ich bin komisch. Im Endeffekt schreibe ich diesen Blog immer noch aus einem ganz bestimmten Grund – ich will meine Gedanken los werden. Ich schreibe ihn in erster Linie für mich. Um klar denken zu können. Um meine Stärken aufzuzeigen. Aber vor allem um mir meiner Schwächen bewusst zu werden. Und diese vor Augen zu halten und beseitigen zu können. 2:15 Stunden für einen nicht ganz einfachen Triathlon. Ich sollte – ich muss damit einfach auch mal zufrieden sein. Mir fehlt Erfahrung. Mir fehlen im Vergleich zu anderen etliche Trainingsjahre. Und ich weiß, dass ich weiter an mir arbeiten und mich verbessern werde. Das ist einfach mein Anspruch…

Ein Blog, der auch mich am Ende wieder überrascht. Komplett anders geschrieben als gedacht. Den gestrigen Entwurf extra gelöscht, weil er mir zu negativ erschien. Der heutige ist im Endeffekt aber noch viel negativer geworden. Aber mit einem großen Unterschied – ich habe mir vieles von der Seele schreiben können. Und ich habe die Gedanken aus dem Wasser zumindest zu 42% wieder geben können. Da muss ich noch vieles ändern. Gerade die mentale Stärke vom Laufen fehlt da noch komplett. Mehr Risiko. Mehr Spaß. Mehr Leidenschaft. Weniger Angst.

Es gibt viel zu verbessern. Es gibt viel zu trainieren. Der Kopf muss frei sein. Das ist dieses Jahr bisher mein wohl größtes Problem. Irgendetwas stimmt mit mir nicht. Bis zum nächsten Triathlon am 15.07. in Havelberg ist erstmal etwas Zeit. Die regionalen Läufe befinden sich in der Sommerpause. Perfekt um mal wieder was verrücktes im Training in Angriff nehmen zu können.

Mit einem 42-fachen Mäh und der Erinnerung, die Gedanken immer in eine positive Richtung zu lenken, verabschiede ich mich nun endgültig von Blog #20. Mäh!

#19 Das nächste Date auf dem Weg zum Iron Man oder warum Schafe das Wasser meiden! #schlosstriathlonmortizburg

Ja, Sommer ist schon stressig. Gefühlt passiert jede Woche etwas Neues über das ich am liebsten schreiben würde. Aber so richtig komme ich im Moment nicht mehr hinterher. Blog #19 war eigentlich sogar schon geschrieben und sollte von meinem zweiten Ultralauf beim Wings for Life World Run in München über 53,9 km und meinen zehnten Gesamtplatz von 10.000 Teilnehmern berichten. Er ist seit Wochen als Entwurf abgespeichert. Aber ich habe für mich beschlossen, diesen nicht in der aktuellen Variante zu veröffentlichen, da er doch extrem emotional verfasst wurde und ich meinen Ruf als gefühlskalter BWLer nicht einfach so über den Haufen werfen möchte…;) Ich werde mir demnächst mal die Zeit nehmen und den Bericht nachreichen. Aber wie dem auch sei…

Heute. 10. Juni 2017. Samstag. Ja. Es sind diese Momente. Diese Tage, über die es lohnt zu schreiben. Für die ich im Moment lebe. Für die ich meinen Sport über alles liebe! 6.45 Uhr. Wecker klingelt. Und ich weiß wie immer wenn ein Wettkampf ansteht, was zu tun ist. Sofort aufstehen. Kaffeemaschine aktivieren. Ins Bad gehen. Frühstücken. Doch irgendwas deutet heute darauf hin, dass dies kein normaler Wettkampf sein kann. Kribbeln. Kribbeln im Bauch. Keine klaren Gedanken. Hirn. Hallo?! Zittrige Hände. Konfus. Ich irre kopflos durch die WG. Zum Glück gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten sich zu verlaufen. Kribbeln. Im Bauch. Ach. Ich liebe dieses Gefühl. Kaffeemaschine läuft. Ab ins Bad. Rasieren. Duschen. Haare waschen. Kribbeln. Boar ey. Das ist mir viel zu aufregend. Und erinnert mich an ein aufregendes Date. Kribbeln. Erste Halbdistanz. Beim Schlosstriathlon Moritzburg. Marathon. Ultralauf. Über 70 Wettkämpfe in den letzte fünf Jahren. Kribbeln. Es vergeht einfach nicht. Diese Momente. Ich liebe sie. Ich liebe diesen Sport. Leidenschaft. Am liebsten würde ich jetzt beim Frühstück sitzen. Und alles in Ruhe im Kopf durchgehen. Schwimmen. Wechsel. Rad. Wechsel. Laufen. Kribbeln. Ich kann nicht klar denken. Was soll das. Ich dreh hier noch durch. Kopfhörer auf. Musik an. Komm schon. Jetzt aber. Kribbeln. Nein. Ich erreiche meinen Kopf einfach nicht. Irgendwas ist heute anders. Halbdistanz. Erste Mal. Freiwasserschwimmen im Wettkampf. Erste Mal. Voraussichtlich Neoprenanzug im Wettkampf. Zum ersten Mal. Ach man. Wie gerne würde ich meine innere Ruhe und Konzentration wiederfinden. Aber das scheint heute unmöglich. Na das wird ein Spaß. Aber das sind sie…diese Momente für die Ewigkeit!

Fahrt nach Moritzburg klappt problemlos. Check-In in die Wechselzone läuft. Auch wenn ich nicht so recht weiß, was ich da mache. Mein Kopf ist blockiert. Mein Körper zittert. Mein Bauch kribbelt. Ruhig. Wird schon. Irgendwie. Eine Stunde vor Wettkampfbeginn dann die Aussage des Wettkampfgerichts, dass „Neoprenanzüge heute nicht…nicht verboten sind!“. Na ok. Perfekt. Dann kann ich das heute wenigstens im Wettkampf testen und Erfahrung sammeln. Irgendwann muss ja das erste Mal sein.

10.50 Uhr war der Start angesetzt. Und ja. Zeitmanagement und ich – das passt einfach nicht! Schon seit Jahren suche ich eine Sekretärin für mein verloren gegangenes (oder etwa nie vorhandenes) Zeitmanagement. 10.45 Uhr war ich am Eingang des Schwimmstarts. Ja. Gar nicht mal so schlecht. Nur wäre es schön gewesen, wenn ich zu diesem Zeitpunkt meinen Neo schon angehabt hätte. Aber im ersten Wettkampf klappt das sicherlich auch unter Stress. Wird schon. Rein da. 10.48 Uhr. Die Beine sind drin. 10.49 Uhr. Naja. Weiter gekommen bin ich noch nicht. Aber. Ich sollte vielleicht auch erstmal schauen, wo es hier überhaupt ins Wasser geht. Hier? Nein. Da vielleicht? Nein. Ach hier. 30 Sekunden noch. Argh. Arme rein. Klappt nicht. Ruhig. Kein Stress. 20 Sekunden. Na. Nun muss ich reagieren. „Ähm. Sorry. Könnten Sie mir mal bitte in meinen Neo helfen?“ „Na Sie haben ja auch Nerven!“ Ja. Allerdings. Noch 10 Sekunden. Hm. Warum geht der Reissverschluss nicht zu. Argh. Noch 5 Sekunden. Gleich geschafft. Noch zwei Sekunden. Ich bin drin. „Danke.“ Schwimmbrille auf. Startschuss. Na gut. Reinspringen. Bin ich hier überhaupt richtig? Ach. Komm schon. Einfach schwimmen. Ich seh nix. Wo bin ich hier? Echt jetzt? 1.900m Schwimmen? In der Brühe? Überall Schläge. Hm. Der Start war echt nix für schwache Nerven.  Von der totalen Nervosität hin zu miserablen Zeitmanagement und Stress rein in das Wuhling. Ohne Erfahrung. Ich fühlte mich, als würde ich irgendwo herumtreiben. Einfach so. Wobei. Herumtreiben. Das ist nicht ganz das richtige Wort. Aber so richtig beschreiben kann ich es gerade nicht. Schon nach 100m Schwimmen hatte ich keinen Bock mehr. Keinen Bock mehr auf Schwimmen. Aber ich erreichte meinen Kopf wieder! Wohooo! Ich kann wieder denken. Aber. Naja. Nein. Das machte es nicht besser. Jetzt rechnete ich mir aus, wie lange ich mich noch in dieser Brühe umherschlagen musste. Und das dann danach ja noch 90 km Rad und 21 km Laufen anstehen würden. Ja. Das machte es nicht besser. Schwimmen. Freiwasser. Im Neo. Im Wettkampf. Ach herrje. So ein bisschen anders hatte ich mir das schon vorgestellt. Zumal meine Schwimmbrille sich wieder mal anpasste und wie ich selber einfach keinen Bock aufs Schwimmen hatte. Und wie kommuniziert eine Schwimmbrille in dem Moment mit einem? Ja. Richtig. Sie beschlägt. Na perfekt. Als ob es nicht schon reichen würde, dass man unter Wasser nicht mal seine Hand sehen konnte. Jetzt sah ich auch über Wasser nicht mal mehr einen halben Meter weit. Bojen sichten. Mitschwimmer im Blick behalten. Alles überbewertet. Gut. Angeblich kann man überall in diesem Teich stehen. Dann teste ich das mal. Funktioniert.  Lecker Schlamm. Brille auswaschen. Schauen wo ich bin. Naja gut. Nur fünf Meter von den anderen weg. Das geht ja noch. Weiter schwimmen. Boar. Wann ist das alles vorbei. Da meine Brille immer wieder beschlug, wiederholte sich dieses Spiel. Da ich dadurch Nahtod-Erfahrungen machte, wechselte ich immer wieder mal zum Brustschwimmen, um öfter nach vorne schauen zu können. Es kam noch ein zweiter und dritter Boxenstopp hinzu, um meine Brille auszuspülen. Ich war komplett fertig mit den Nerven. Immerhin. Man kann tatsächlich überall stehen. 😀 Beim dritten Stopp war ich allerdings völlig von der Rolle. Ich fragte im (!!!) Wasser nach dem Weg. Huch. Ja. Irgendwie hatte ich das Gefühl durch mein Blindschwimmen falsch zu sein. Warum auch immer. Ich hatte das Gefühl, bereits seit Stunden – ach, seit mindestens 42 Wochen im Wasser zu sein. Und noch kein Ziel im Blick. Das lief nicht. Weiter. Immer weiter. Wenn das vorbei ist, dann geht es endlich aufs Rad. Und danach zum geliebten Laufen.  Naja. Irgendwann packte ich es dann tatsächlich ziemlich nah an den Zielbereich. Etwa 70-80m vorm Ausstieg stieß ich mit der Hand auf den Teichboden auf. Endlich. Nun kann ich aus dem Wasser sprinten. Oder zumindest rennen. Oder…autsch! Beim Versuch verkrampften beide Oberschenkel. Ich fiel direkt nach vorne ins Wasser. Nö. Blöd kam ich mir dabei nicht vor. Ein Ordner hatte mich bereits erblickt und kam auf mich zu. Nein.  Diese Blöße gebe ich mir jetzt nicht. Alles gut. Alles super. Ehrlich! Autsch. Ok. Dann eben doch kein Rennen. Gaaaanz gemütlich. Und unauffällig Richtung Ufer weitergehen. Autsch. Der Neo hatte meine Muskeln dann wohl doch anders beansprucht. Und der Stress generell. Das war nix für mich. Das Laufen bis in die Wechselzone zum Rad war eine Qual. Beim Wechsel kam ich durch die Krämpfe natürlich auch nicht aus meinem Neo. Ich setzte mich erstmal und ließ die Krämpfe abklingen. Jetzt aber. Raus aus dem Neo. Und da waren sie wieder. Die Krämpfe. Aber gut. Dann schaue ich erstmal auf die Uhr, was ich da gestoppt habe. Ziel beim Schwimmen waren 36 Minuten. Gefühlt war ich mehrere Wochen unterwegs mit Zwischenstopps. In der Realität waren es…36 Minuten. Hmmmmm. Meine Motivation stieg wieder. Raus aus dem Neo!

Das Radfahren verlief dann zum Glück wieder ohne Probleme. Nervenaufreibend waren hier lediglich die 11 Kopfsteinpflasterpassagen, bei denen man unterschiedlich stark durchgeschüttelt wurde. Ansonsten hatte ich nicht viel zu melden mit meinen 2:39 Stunden. Da ich aber 2:40 Stunden als Ziel gesetzte hatte, war auch dies mehr als in Ordnung. Und ich wusste ja auch, dass ich alle die mich hier überholten, auf  der Laufstrecke wieder sehen würde. Wartet nur ab…Mein Kopf war während der Fahrt auch tatsächlich wieder auf Betriebstemperatur, weshalb ich auf der 85-km-Strecke viel zu viel Zeit zum Nachdenken hatte.

Und dann war es endlich so weit! Es ging zum Laufen. Die 3-Runden-Strecke war richtig schön und lobenswert. 4 km im Wald, der Rest um das Schloss und den tollen Schlossteich herum. Das machte riesigen Spaß. Zielzeit war unter 1:25 Stunden. Mit 1:21 Stunden wurde auch dies erreicht.

Insgesamt landete ich bei meiner ersten Halbdistanz bei 4:42:06 Stunden und erreichte von 296 Finishern immerhin den 61. Platz. 116. Platz beim Schwimmen. 179. Platz beim Radfahren. 5. Platz beim Laufen. 245. und 54. bei den beiden Wechseln.

Durch meine erreichte Schwimmzeit gehe ich davon aus, dass die Strecke etwas kürzer als 1.900m gewesen sein wird. Radstrecke war 85 km, Laufstrecke 20,1 km lang. Die Organisation war perfekt und auch die Streckenverpflegung funktionierte überragend. Mein Magen hat sich sehr gefreut. 🙂 Vielen Dank an alle Organisatoren.

Schwimmen war im Nachhinein auf Grund der vielen Probleme doch überraschend gut. Mit bisschen Übung und Erfahrung ist da locker Zeit gutzumachen. Der erste Wechsel resultiert aus den Krämpfen und sollte beim nächsten Mal auch besser werden. Beim Radfahren war meiner Meinung an dem Tag einfach nicht mehr möglich. Der nächste Wechsel und das Laufen waren dann perfekt.

Im Endeffekt war dies nur eine Kurzusammenfassung, um vor allem die Nervosität vor dem Wettkampf und die Probleme beim Schwimmen nochmal vor Augen zu halten und diese Erinnerungen nie zu vergessen. Ich werde hoffentlich nicht nochmal nach dem Weg fragen müssen…:D

Ansonsten. Es war wieder eine Riesenerfahrung. Ich weiß, woran ich arbeiten muss. Ich kenne meine Fehler. Und noch viel wichtiger…ich hatte Spaß und habe es trotz des Schwimmens irgendwie genießen können.

Außerdem weiß ich nun, warum Schafe das Wasser meiden! In diesem Sinne – Sport frei und bis zum Koberbachtal-Triathlon am kommenden Wochenende – dann hoffentlich mit weniger Action im Wasser…:)


#18 Der nächste Schritt Richtung Unsterblichkeit oder warum jetzt alles Ultra ist?! #bleilochlauf

„Komm, lass drei Tage nach Thüringen fahren. Sonne. Essen. Landschaft. Einfach bisschen abschalten und Urlaub machen. Es wird Ultra…“, haben sie gesagt. Das Einzige, das ich davon verstand: Essen. Das Einzige, das davon wirklich eintrat: Ultra.

Tja. Was soll ich sagen. Selten habe ich mir so lange Zeit für eine Wettkampf-Anmeldung gelassen wie für diesen einen Wettkampf. Bleilochlauf 2017. 24 km? 48 km? Oder doch besser Küchwaldlauf? 10,4 km? Hin. Her. Ungewissheit. Was würde der richtige Weg sein. Unverletzt durchkommen und dennoch perfekt trainieren. Das war das Ziel. Ein schmaler Grat.

07. Mai 2017. Richtig. Ein Termin, der noch in der Zukunft liegt, sollte die Richtung vorgeben. Im Mai soll ein weiterer großer Meilenstein meiner sportlichen Laufbahn stattfinden – Wings for Life in München mit dem Ziel 50km+! Eine komplett neue Erfahrung. Auf was ich mich da einlasse, weiß ich noch nicht so recht. Größte Problem ist, dass ich dieses Jahr aufgrund des Triathlon-Trainings viel weniger zum Laufen komme und solche Distanzen dadurch extrem hart werden können. Im März bereits zum ersten Mal 42,2 km im Training gelaufen (3:10 Stunden, somit inoffiziell mein 6. Marathon in letzten 5 Jahren). Aber einen weiteren ü40km-Lauf wollte ich bis München noch einbauen. Nur zwei Wochen vorher? Als Wettkampf? Nun gut. Volles Risiko. Vier Tage vorm Bleilochlauf war es endgültig…ich meldetet mich für die Ultra-Variante über 48km mit über 1.000 Höhenmetern an.

Gründe hierfür gab es letztlich doch mehr als genug:

(1) Im Vorjahr noch die 24km als Zweitplatzierter beendet, wusste ich, dass dieser Lauf landschaftlich einiges zu bieten hatte.

(2) Es war wie im Vorjahr ein kompletter Wochenend-Ausflug von Freitag bis Sonntag nach Thüringen geplant. Dank der Einladung einer Remptendorferin und der Teilnahme weiter Laufverrückter aus Chemnitz.

(3) Wenn ich diese 48km überleben und bis München wieder fit werden sollte, dann sollte beim Wings for Life definitiv nix schief gehen.

Der Respekt war dennoch gewaltig, als es freitags schließlich nach Remptendorf ging. Remptendorf. Auch nach dem zweiten Besuch weiß ich nicht so recht wo in Deutschland dieser Ort liegen soll. Aber Essen gibt es da immer genug. Das ist perfekt. Sonne scheint da allerdings nie zu scheinen. Auch dieses Jahr war das Wetter wieder einmal unterirdisch. Aber wie dem auch sei…

Samstag. 22. April 2017. 6:45 Uhr. 15 Minuten bevor der Wecker klingelte, stand ich auf. Der erste Schritt Richtung Kaffeemaschine. Irgendwie die einzige Vorfreude. Denn beim Blick nach draußen fragte ich mich wieder, ob ich mir das recht überlegt hatte. Zum Glück musste ich da jetzt nicht alleine durch. Ein zweiter Verrückter aus Chemnitz entschied sich ebenfalls für 48km. Das Problem – unser Start fand bereits 9 Uhr statt. Die anderen liefen alle 24km und starteten erst 10.10 Uhr. Somit konnten sie auch länger schlafen und ließen uns im Stich. So viel hat nicht gefehlt…ich war auch kurz davor, mich wieder hinzulegen. Aber nein! Kaffee!

So halb schlafend startete ich in den Tag. Kalt. Nass. 5 Grad. Regen. Düster. Nebelig. Eklig. Das war alles was ich bis zum Start noch mitbekam. 9 Uhr. Das Schicksal nahm seinen Lauf…

Die ersten Kilometer verliefen ohne Besonderheiten. Einer rannte vom Start an direkt kopflos vorne weg. Wie sich am Ende zeigen sollte, der einzige u20-jährige im Starterfeld. Er war über 20km lang auch richtig gut dabei. Wurde danach aber durchgereicht und landete außerhalb der Top50. Lehrgeld. Ansonsten begann ich sehr verhalten und beobachtete meine Kontrahenten. Laufstil. Ausrüstung. An wen sollte ich mich halten, von wem fernhalten. Da. Daniela Oemus. Informiert hatte ich mich wie immer. Vorbereitet war ich so gut wie nur möglich. Auch wenn ich mich im Ultra-Lauf nicht auskenne. Aber Daniela Oemus erkannte ich. Sie gewann im Vorjahr die 48km beim Bleilochlauf und stellte paar Wochen später einen neuen Streckenrekord der Frauen beim 72km-Rennsteiglauf auf. Sie war hinter mir. Also erstmal Tempo halten. Das war eine grobe Orientierung.

Nach etwa 15km lag ich irgendwo auf Platz 10. Außerdem hatte sich eine Dreier-Gruppe gebildet, die es in sich hatte:

Daniela Oemus (wie bereits erwähnt Gesamtsiegerin 48km Bleilochlauf 2016 + Streckenrekord Frauen 72km Rennsteiglauf),
Johannes Plöttner (2. Platz 48km Bleilochlauf 48km 2016) und
ich (2. Platz 24km Bleilochlauf 2016).
Das musste doch was werden!

Bis Kilometer 24 liefen wir zusammen. Erzählten. Ich bekam ziemlich viel von der Landschaft mit. Es war trotz des düsteren Wetters idyllisch. Ich selber befand mich im Wohlfühl-Modus. Wohlwissend, dass noch nicht mal die Hälfte des Laufes absolviert war. Und das noch sehr steile, kräftezerrende Anstiege kommen würden. Bei Kilometer 24 kam einer dieser Anstiege. Asphaltiert. Serpentinen. Und da war es dann auch so weit…ich zog das Tempo bergauf an. Das ist meine Stärke. Auch wenn es mir schwer fiel, mich von der Gruppe zu lösen. Schließlich wusste ich von der Stärke der beiden Mitläufer und ich profitierte natürlich auch davon. Allerdings wollte ich mehr…mein Ehrgeiz schlug zu. Und an diesem Berg sah ich vor mir zwei weitere Läufer, die ich beide „überrollte“. Unter Anderem eben auch der u20-Läufer, der am Start davon zog. Das pushte mich. Und eh ich mich versah, hatte ich die Gruppe am Gipfel bereits gesprengt und war allein unterwegs. 24km noch zu absolvieren. Nun gut.

Der Lauf selber war der absolute Hammer. Abwechslungsreich. Landschaftlich top. Um den größten Stausee Deutschlands herum. An der Saale entlang. An zwei weiteren Staumauern vorbei. Trails mit Steilhängen links und rechts. 50 cm breiter „Weg“. Jeder Schritt musste sitzen. Die Konzentration hochgehalten werden. Bergab ging es dann meist über Moos, Wurzeln, Baumstämme, Schlamm. Dadurch konnte nie wirklich beschleunigt werden. Viele umgestürzte Bäume. Bei 48km reicht es eben nicht nur zu laufen. Nein, es muss natürlich auch noch geklettert werden. Bei einem Baum fehlte mir die Kraft zum Klettern, weshalb ich mir einen 100m Umweg suchte um diesen laufend umgehen zu können. Das war es mir wert. 😀 Bis Kilometer 37 ging aber alles relativ gut. Ab dann gab es Komplikationen – zusammenfassend:

Kilometer 37 – meine linke Wade machte komplett zu. Das deutete sich bereits seit Kilometer 28 an.
Kilometer 38 – beide Oberschenkel mit Krämpfen.
Kilometer 39 – ein kleiner Bach musste überquert werden. Auf Grund des Regens wohl etwas breiter und tiefer als sonst. Eiskalt. 30cm tief. Perfekte Bedingungen für die letzten 9 km.
Kilometer 40 – direkt nach dem Bach kam ein 800m langer steiler Anstieg. Schlammig. Steinig. Ein Schritt hoch. Ein halber Schritt zurück. Durchnässte, kalte Schuhe. Das raubte mir die letzten Kräfte und meine Waden und Oberschenkel machten nun komplett zu…

Irgendwo dazwischen lag die letzte von gesamt sieben Verpflegungsstationen an einer Burg.  Dort erfuhr ich, dass ich mittlerweile auf dem zweiten Platz lag (ein Berliner lag in Führung). Das pushte mich wieder. Das hatte ich so nicht auf dem Schirm. Ich wusste, dass ich mich in die Top5 vor gearbeitet hatte. Aber soweit…ja, gut!

Immer wieder aufraffen. Immer wieder kämpfen. Immer wieder gegen den Körper ankämpfen. Der Wille war da. Ab Kilometer 43 ging es dann wieder auf einen asphaltierten Radweg. Die letzten fünf wurden eingeleutet und das setzte Kräfte frei. Ich beschleunigte trotz extremer Schmerzen und Erschöpfung plötzlich wieder auf über 15km/h (3:50 Min/km). Das war Wahnsinn nach all den Strapazen.

Das ich 50m vorm Zieleinlauf noch überholt wurde und meinen zweiten Platz verlor, geriet fast in Vergessenheit. Beim Versuch den von hinten heransprinteten Johannes Plöttner nochmal kämpfend gegenzuhalten, verkrampften erneut beide Oberschenkel, weshalb ich auf den letzten Metern vorm Ziel fast zu Boden ging…

Kampf. Wille. Leidenschaft. Aber vor allem eines – Erfahrung!

Ich bin Ultra! Nach Marathon. Nach Triathlon. Nun Ultra! Das war eine Riesenerfahrung. Auch ohne direkten Vergleich weiß ich, dass dies extrem schwere Bedingungen waren. Und ich habe es überdurchschnittlich zu Ende gebracht.

48km – 3:30:11 Stunden – 4:30 Min/km – 3. Platz gesamt – 2. Platz Altersklasse

Auch wenn es nur sechs Kilometer über der Marathon-Distanz lag – mit über 1.000 Höhenmetern und der Triathlon-Vorbereitung war ich komplett am Limit. Ich fühle mich einen Tag nach dem Wettkampf wieder sehr gut erholt. Klar. Ich merke meine Oberschenkel. Ich habe zwei blaue Zehen, die ich in den nächsten Tagen verlieren werde. 😀 Aber sonst. Ich lebe. Mir geht es gut. Und ich bin mir sicher, dass ich super vorbereitet bin für München… 🙂 Sollte alles gut gehen, dann wäre dies tatsächlich bereits mein dritter Lauf über 40km und somit neuer Jahresbestwert (bis jetzt zweimal Marathon-Distanz in einem Jahr – 2016) – und das bereits im Mai.

Insgesamt kann ich noch so viel sagen – es fällt mir extrem schwer, die richtigen Worte zu finden! Mein Kopf ist voll mit Emotionen. Mit Eindrücken. Mit Bildern. Mit Gedanken. Ich habe so viel dazu gelernt. So viel erfahren. Meinen Körper wieder komplett anders als beim Marathon oder Triathlon kennengelernt. Viele neue Leute kennengelernt. Das sind die Dinge, die ich nie vergessen werde und auf die ich sicherlich nicht nur in München oder anderen Sportveranstaltungen zurückgreifen kann, sondern auch im Alltag oder Arbeitsleben. Dieser Wettkampf hat mich definitiv wieder einmal geprägt. Ich werde wieder öfter bei schönem Wetter auf der grünen Wiese liegen und genau über diese Impressionen nachdenken. Selbst mit Bildern und weiteren 42.000 Worten könnte ich nicht das aufzeigen, was mir dieser Wettkampf gegeben hat. Aber ein bisschen was dürfte durch den Blog dann hoffentlich doch nach außen getragen worden sein…

In diesem Sinne – Ziele setzen. Durchziehen. Erfahrungen mitnehmen.

 

#17 Der Übergang vom Marathon zum Triathlon oder warum der Kopf eben doch wichtiger als das Training ist! #citylaufdresden

Immer noch habe ich es nicht gepackt über meinen ersten Triathlon in Zwickau zu schreiben. Schon längst angekündigt und überfällig. Aber wie das eben so ist. Sich zum Schreiben zu zwingen bringt einfach nichts. Es ist ähnlich wie mit dem Sport. Es muss einfach passen. Dabei wäre dieser eine nicht vorhandene Blog eine gute Grundlage für den heutigen…aber ok. Immerhin habe ich mal wieder Bock meine Gedanken niederzuschreiben.

19. März 2017. Auf den Tag genau vor 5 Jahren habe ich beschlossen mit dem Rauchen aufzuhören. Ohne diesen Tag würde es diesen Blog gar nicht geben. Mein sportlicher Ehrgeiz wäre bei Weitem nicht so ausgeprägt. Schon deshalb muss ich heute zwingend einen Blog schreiben. 😉

2017. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass dieses Jahr nicht so recht weiß, was es will. Und das schlägt sich auf mich nieder. Schwankungen ohne Ende. Erfolg und Misserfolg liegen so eng beieinander wie schon lange nicht mehr. Mein Training ist bisweilen genauso unstrukturiert wie mein Alltag. Der Plan steht zwar. Aber ich halte mich nicht dran. Freie Tage werden ignoriert. Was soll das auch?! Immer weiter. Nie stehen bleiben. Und das scheint mich auch in die aktuelle Lage gebracht zu haben…

Die Ziele für 2017 waren klar gesetzt. Mehr Triathlon. Mehr Schwimmen. Mehr Rad. Weniger Laufen. Nach dem Silvesterlauf 2016, der unter schwierigen Cross-Bedingungen stattfand, ging es im Januar & Februar mit zwei Swim&Run-Wettkämpfen über 800m Schwimmen und 5 km Laufen für mich weiter. Dies sollten erste kleinere Tests in Richtung Triathlon-Umstellung werden. Was ich aus den beiden Tests mitnehmen konnte, ist die klare Verbesserung im Schwimmen. Von 15:49 Minuten auf immerhin 14:12 Minuten. Die Richtung  stimmt, auch wenn da noch mehr kommen muss. Die Laufleistungen waren für den Zeitpunkt der Saison okay. Liesen sich aber auf Grund der unterschiedlichen Bedingungen nicht miteinander vergleichen. Zwischen den beiden Wettkämpfen baute ich auch noch meinen zweiten 3.000m-Hallen-Wettkampf ein, um zu schauen was ich aus den Fehlern vom ersten Mal gelernt hatte. Und tatsächlich klappte es diesmal besser. Die ersten 1.800m defensiv und auf Platz 4 liegend, mit fast 50m Rückstand auf Platz 1, angegangen. Am Ende aufgedreht und den Sieg in den Senioren-Hallenlandesmeisterschaften in 9:42 Minuten geholt. 🙂

Erste richtungsweisende Lauf-Wettkampf für diese Saison war wie bereits im Vorjahr der Stadtlauf in Eilenburg. Zwei Wochen vorm Citylauf Dresden, der dann auf absolute neue Bestzeit gelaufen werden sollte. In Eilenburg ging ich unter kompletter Vorbelastung an den Start. 18 Stunden sportliche Betätigung in den 6 Tagen zuvor, davon 12 km Dauerlauf und 82 km Rennrad am Vortag. Doch im Wettkampf lief dann wider erwarten alles ziemlich einfach. Ich konnte das angegangene Tempo von Beginn an durchhalten. Dies reichte bereits um meine Bestzeit vom Citylauf Dresden 2016 um 9 Sekunden auf 34:45 Minuten zu verbessern. Entsprechend hoch waren die Erwartungen für Dresden. 33:xx sollte das Ziel sein.

Doch schon in Eilenburg machten sich erste Probleme bemerkbar. Meine rechte Oberschenkelinnenseite war gezerrt. Scheint wohl am Laufbahn-Training  zu liegen. Über 20 km immer im Kreis mit einseitiger Belastung machen sich eben irgendwann mal bemerkbar. In Eilenburg konnte ich den Schmerz noch kontrolliert rauslaufen, so dass ich nach 2 km wieder im sauberen Laufstil war. In den folgenden Trainingseinheiten war dies allerdings nicht mehr möglich. Auch im Wasser spürte ich, dass es nicht mehr laufen wollte. Aber bis Dresden wollte ich mich noch durchkämpfen.

Heute, am 19. März, war es dann soweit. 10 km auf Bestzeit in meiner Lieblings-Laufstadt Dresden mit extrem stark besetzten Feld. Darunter Profiläufer Anna & Lisa Hahner, Annett Horna, Marcel Bräutigam, Marcus Schöfisch, Marc Schulze, vier Kenianern und einem Nachwuchs-Talent aus Norwegen. Die Bedingungen waren top. Windstill. Leichter Niesel. 10 Grad. Gute Organisation. Unterteilung in Elite- und Hauptlauf. Top-Leute auf der Strecke. Super Publikum. Nur haderte ich eben mit meiner Verletzung. Und mit mir selber. Irgendwie bin ich im Kopf bereits seit Monaten blockiert und finde meine innere Ruhe und Gelassenheit überhaupt nicht mehr. Auch zu den Wettkämpfen nicht mehr. Das was mich in den letzten Jahren noch auszeichnete. Gründe hierfür gibt es viele. Dennoch versuchte ich mir einzureden, dass es an dem Tag klappen würde. Das Warmlaufen fühlte sich relativ gut an. Auch der Start und die ersten zwei bis drei Kilometer waren top. Dann merkte ich allerdings, dass ich schwächelte. Nach dem ersten Zieldurchlauf auf dem Zwei-Rundenkurs und einer Zwischenzeit von 17:10 Minuten schaltete ich ab. Ich glaubte nicht mehr an eine Tempoverschärfung und gab somit die Wunschzeit bereits nach 5 km auf. So kannte ich mich nicht. Enttäuschung. Enttäuschung bereits auf der Strecke. Und ich wusste diesmal nichts entgegenzusetzen. Ich hatte das Gefühl, all meine Stärken aus dem Vorjahr verloren zu haben. Kampf, Wille, Stärke, Motivation. Ich lies meine Gruppe ziehen. Als ich dann doch nochmal versuchte mich aufzuraffen und wieder heranzulaufen, war es zu spät. Die Kraft, um diese in etwa konstant bleibende Lücke von 10 Sekunden zu schließen, fehlte. Die Leichtigkeit. Der Wille. Der Glaube. Nichts von dem schien vorhanden zu sein. Die Blockade im Kopf. Zu viele Dinge, die sich da abspielten. Es war definitiv nicht allein der Oberschenkel. Am Ende kam ich mit einer Zeit ins Ziel, die wiederum 9 Sekunden unter meiner Bestzeit aus Eilenburg lag. 34:36 Minuten.

Bestzeit. So weit so gut. Normalerweise könnte ich mich damit pushen. Und die erhoffte Wende einleiten. Aber nicht dieses Jahr. Nicht 2017. Ein weiterer Punkt, den ich 2017 schnellstmöglich abstellen muss…die ständige Unzufriedenheit mit meinen Leistungen.

Zusammenfassend bisher ein überaus erfolgreiches Jahr. Schwimmzeiten verbessert. Landesmeister und 3.000m Zeit verbessert. Viele Fehler aus dem ersten Hallen-Wettkampf abgestellt. Zweimal 10 km gelaufen. Beide Male auf Bestzeit. Und das trotz Trainingsumstellung auf Triathon und damit fehlendem Fokus auf das Laufen. Nur muss ich das auch mal begreifen und vor allem akzeptieren. Es ist März. Die Saison ist noch lang. Ich brauche mein Selbstbewusstsein und den Glauben an mich selber wieder. Vielleicht sind einfach die Ansprüche an mich selber zu stark gestiegen. Vielleicht liegt es einfach an der Gesamtsituation. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich mir keine Regeneration gönne.

Einfach. Es könnte tatsächlich so einfach sein. Einfach mal das geleistete akzeptieren. Einfach mal abschalten und mal nichts machen. Einfach mal Dinge ungeplant passieren lassen. Aktuell befinde ich mich in einem ewigen, nicht endend wollenden Kreislauf. Da muss ich raus, will ich meine Ziele in diesem Jahr erfolgreich absolvieren.

Bis zum Wings for Life in München und der Halbdistanz beim Schlosstriathlon Moritzburg werde ich hoffentlich begriffen haben, was mein Körper in den letzten 5 Jahren nach dem Rauchentzug alles erreicht hat. Und fast noch wichtiger – was er bereits in diesem Jahr in so kurzer Zeit ermöglicht hat…

Nun ist der Blog während des Schreibens wieder mal komplett anders geworden als es eigentlich geplant war. Aber vielleicht hilft es ja, den Frust einfach mal niederzuschreiben. Beim nächsten Mal packe ich dann eventuell mal die Nachbearbeitung für den Zwickau Triathlon und meiner entscheidenden Wende zum Triathlon…;)

In diesem Sinne – Sport frei!

#16 Über Umwege neue Motivation tanken oder warum 42 Schafe höher springen als drei Cuba Libre lachen können! #landeshallenmeisterschaft

Immer dann, wenn man denkt, es gehe nicht mehr weiter…immer dann weiß man, dass es Zeit für einen neuen Weg ist! Und ja, nach dem Frankfurt Marathon war die Luft raus. Keinen Elan mehr da weiter zu machen, wo ich aufgehört habe. Abschalten. Zwei Marathon-Bestzeiten in nur 5 Monaten hinterlassen eben Spuren. Es lief ja auch alles perfekt. Wo sollte noch Potenzial nach oben sein?

Den Trainingsplan einfach mal links liegen lassen und das machen, worauf der Körper Bock hat. Ruhe. Entspannung. Regeneration. Immerhin. Das klang gar nicht so planlos wie ich es mir einredete. Yoga. Pilates. Sauna. Gemütlicher Lauftreff. Schwimmeinheiten intensivieren. Kraft- und Stabitraining. Dehnung. Black Roll. Im Endeffekt laufen die Vorbereitung für die neue Saison bereits auf Hochtouren. Und der Effekt, gerade im Kopf, ist kaum zu ignorieren. Ich habe wieder Bock! Bock auf geordnetes Training! Bock auf Trainingsplan! Ich sehne mich schon förmlich danach…mir fehlen mittlerweile die Dinge, die ich zum Ende hin nicht mehr ersehen konnte. 35-km-Dauerläufe. 15-km-Tempoläufe. Fahrtenspiel. Die Leichtigkeit bei den Laufeinheiten kommt nach und nach wieder zurück.

Am 03. Dezember 2016 jedenfalls wagte ich ein weiteres Experiment. 3.000m-Wettkampf in der Leichtathletik-Halle. Es war mein erster Indoor-Wettkampf. Und das bekam ich an dem Tag auch mit voller Breitseite zu spüren. Warmlaufen. Lauf-ABC. Dehnung. Steigerungsläufe. So der Plan. Dass ich am Ende aber nur zum Warmlaufen kam und mit meinen Laufschuhen in den Händen zur Startlinie sprintete, sagt schon viel über die Vorbereitung aus. In der Halle läuft eben doch alles bisschen anders ab. Zum Rennen gibt es dann auch nicht viel mehr zu sagen, außer das ich genau diese Hektik vom Start mit in den Lauf nahm und die ersten 1.800m anführte. Im ersten Wettkampf natürlich nicht optimal. Danach ging die Luft aus. Und mit Luft aus, meine ich nicht nur, dass ich k.o. war. Nein. Schon vor dem Wettkampf war zu spüren, dass das Atmen in der Halle extrem unangenehm war und schwer fiel. An eine absolute Bestleistung war da eigentlich gar nicht zu denken. Und das fühlte sich im Wettkampf dann am Leistungsmaximum auch extrem brutal an. Die letzten 6 Runden auf der 200m-Bahn schleppte ich mich nur Dank der Unterstützer auf der Tribüne ins Ziel. Außerdem standen zum Glück die Hürden der Hürdenläufer in der Mitte der Bahn und ich stellte mir zur Auflockerung im Kopf immer wieder 42 springende Schafe vor, welche sich einen atemberaubenden Wettkampf lieferten. Aber irgendwie. Irgendwie war meine Motivation bereits in der nächstgelegen Cocktailbar und lachte mich mit einem Cuba Libre in der Hand nur noch aus. Einfach so im Stich gelassen. So fühlte es sich irgendwie schlimmer an als die beiden Marathon-Läufe in diesem Jahr, trotz der Hitzeschlacht über 42,195 km in Mainz. 4. Platz und 3 km in 9:54 Minuten standen am Ende im Ergebnisprotokoll. Das Ziel von unter 10 Minuten somit erreicht. Und was noch wichtiger ist…wieder um eine Erfahrung reicher!

Erster Triathlon. Erster Hallen-Wettkampf. Zum ersten Mal zwei Marathon-Läufe in einem Jahr. Neue persönliche Bestzeiten über 10 km, Halbmarathon und Marathon. 2016 lief im Rückblick einfach nur perfekt.

Zur großen Überraschung wurde ich dann auch noch zum Sportler des Jahres 2016 an der TU Chemnitz gewählt. Und das immerhin gegen zehn weitere Nominierte, u.a. auch Olympia-Teilnehmer Andreas Bretschneider und Europameister Max Heß. Danke für jede Stimme! 🙂

Offizieller Artikel zur Sportlerwahl der TU Chemnitz

Nach dem ich nun neue Motivation getankt habe, stehen bereits die nächsten Ziele für 2017 fest…

ab 09.01.2017 Einstieg in festen Trainingsplan

29. Januar & 26. Februar Swim&Run Chemnitz – mit hoffentlich verbesserten Schwimmleistungen als in den Vorjahren 😉

19. März 2017 Dresden Citylauf Landesmeisterschaften 10 km mit Ziel unter 34 Minuten

07. Mai 2017 Wings for Life München – sollte alles nach Plan laufen, dann mein erster Lauf über 50 km

10. Juni 2017 Schlosstriathlon Moritzburg – erster Triathlon über Halbdistanz mit 1.900 m Schwimmen, 87 km Rad und 21,1 km Laufen

Natürlich werde ich zwischendrin auch die kleineren regionalen Läufe wie Silvesterlauf oder Küchwaldlauf mit in die Vorbereitung einbauen.

Falls ich es dieses Jahr nicht mehr packen sollte meinen Blog über den Zwickau-Triathlon zu schreiben wünsche ich schonmal allen ein frohes Fest und kommt gut ins neue Jahr…in diesem Sinne – Sport frei & setzt die Ziele lieber ein wenig zu hoch, als gar keine zu haben… 😉